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BPM-Regionalgruppentreffen: Erfolgsfaktoren betrieblicher Weiterbildung

Vor ein paar Tagen trafen sich Mitglieder meiner BPM-Regionalgruppe in Frankfurt. Gastgeber war die Evalea GmbH – an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön für die hervorragende Organisation und Bewirtung!
Das Thema Weiterbildung und Evaluation ist mir nicht fremd. Vor vielen Jahren schrieb ich eine Hausarbeit darüber, und sowohl als Trainerin als auch als Personalerin beschäftige ich mich regelmäßig damit. Und es war gut, wieder Impulse dazu zu bekommen und über verschiedene Aspekte (neu) nachzudenken.
David Maurer stellte uns Ergebnisse eines aktuellen Forschungsprojekts vor und gab viele Tipps zur praktischen Umsetzung. Da wir eine kleine Gruppe waren, gab es viel Raum für individuelle Fragen und Diskussionen. Das mag ich an unseren BPM-Veranstaltungen: die Mischung aus fachlichem Input und persönlichem Austausch mit Kolleginnen und Kollegen.

Besonders spannend fand ich, dass in vielen Evaluationsbögen den Rahmenbedingungen (Essen, Raum…) viel Platz eingeräumt wird; dass dieser Faktor aber gar keinen so großen Einfluss auf den Gesamterfolg der Weiterbildung hat. Wenn man mit Evaluationsbögen arbeitet, genügt es, zu den Rahmenbedingungen eine Frage zu stellen und sich mit weiteren Fragen eher auf die Inhalte der Weiterbildung zu konzentrieren.

Dass man möglicherweise nicht alles messen und erfassen kann, darüber diskutieren wir ebenfalls. Aber auch die Frage, ob der Teilnehmer oder die Teilnehmerin der Weiterbildung das Gefühl hat, etwas gelernt zu haben, ist eine Art von Messung – und bietet gleichzeitig die Gelegenheit, über die Maßnahme und die Transfermöglichkeiten ins Gespräch zu kommen. Dass die Führungskraft nach der Weiterbildung nachfragt, wie es war, ist auch ein Zeichen von Wertschätzung und kostet nicht viel (außer Zeit).

Apropos Zeit, nächste Woche bin ich in Berlin zum Personalmanagementkongress. Vielleicht treffe ich Sie ja dort?

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche!

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Der Personalmanagementkongress 2016 – Teil 3 von 3

Und hier ist er nun, der dritte Teil. Ich möchte von drei Vorträgen berichten, die mich sehr inspiriert haben und die aus verschiedenen Gründen wirklich gut waren.

Das ist zum einen der Vortrag „Digitalisierung im Mittelstand – was steckt hinter dem Hype und was schafft wirklichen Kundennutzen“ von Karl-Heinz Reitz und Roman Schachtsiek, dann „Das Makers Prinzip – Was Personalentwicklung und Industrie 4.0 voneinander lernen können“ und „BarCamps als Wissensmanagement-Instrument in der betrieblichen Praxis“ von Anna Gutzmann.

Gleich zu Beginn seines Vortrags räumte Karl-Heinz Reitz mit dem Vorurteil auf, Change sei irgendwie Selbstzweck. Change könne nur im Kontext passieren, und es kommt darauf an, die Veränderung zu leben, nicht nur darüber zu reden. Oder auch: „Don’t talk about it, be about it.“
Beteiligung ist das Zauberwort an dieser Stelle – ein simples „Buy in“ reicht nicht.
Digitalisierung ist mehr als ein Hype, sie ist ein „kulturgebender Faktor“ und weder zu ignorieren noch unkritisch zu feiern. In vielen Unternehmen gibt es eine unbesetzte Nische, nämlich das Schaffen von Plattformen für kollaborative Sessions und Wissensaustausch. Das ist eine gute Möglichkeit für HR, sich zu beteiligen und Veränderungen aktiv zu initiieren und dann auch zu begleiten.

Digitalisierung ergibt nicht überall Sinn. In manchen Unternehmen gibt es bereits jetzt regelrechte „tool zoos“ und kaum jemand behält den Überblick. Bevor man weitere Tools einführt, sollte man überlegen, wo der maximale Nutzen ist.

Spielregeln für das „Arbeiten 4.0“ sollen (und müssen) gemeinsam mit dem Betriebsrat vereinbart werden (so es einen gibt), und auch der Datenschutz sollte nicht außer Acht gelassen werden. Für HR-ler im Grunde nichts Neues, aber wert, erwähnt zu werden.
Dirk Ollmann brachte uns anschaulich das „Makers Prinzip“ näher. Eigentlich ist es nicht nur ein Prinzip, sondern fasst drei Prinzipien zusammen: Vielfalt, Individualisierung und der Schritt vom Konsumenten zum Prosumenten (Konsument + Produzent = Prosument).

Das Lernen in einem Makers Space ist geprägt vom persönlichen Austausch und hoch kollaborativ. Die Grenzen zwischen Lehrenden und Lernenden verschwimmen. In der Personalentwicklung gibt es ähnliche Tendenzen – z.B. die Abschaffung des „Gießkannenprinzips“ und die stärkere Individualisierung von Lernangeboten.

(Übrigens lieben vor allem Ingenieure die Makers Spaces – HR kann diese Begeisterung nutzen. Einfach mal ausprobieren!)

Es gibt vielfältige Lernmöglichkeiten und Lernorte, z.B. MOOCs, „i-versity“, Videotutorials, und vieles davon nutzen wir privat ganz selbstverständlich. Warum also nicht im Unternehmen/in der Personalentwicklung? Gefragt sind wir als Weiterbildungsberater, da die erweiterten Möglichkeiten zu Unübersichtlichkeit führen können. Personaler können Plattformen und Räume schaffen, in denen sich Lernende und Lernende mit Wissensvorsprung treffen – und in denen das im Unternehmen vorhandene Wissen zugänglich gemacht wird.
Begeistert war ich vom Vortrag von Anna Gutzmann über innerbetriebliche BarCamps. Sie hatte das Thema sehr übersichtlich aufbereitet und sprach offen auch über mögliche Hindernisse und Probleme.

Klassische Weiterbildungsmaßnahmen im Betrieb berücksichtigen die tatsächlichen Fragen der Mitarbeiter zu wenig. Gleichzeitig stößt jedoch die Individualisierung von Lernplänen bei mehreren tausend Mitarbeitern schnell an ihre Grenzen.

BarCamps können Handlungswissen vermitteln und setzen am tatsächlichen Wissensbedarf der Mitarbeiter an. Die ideale Größe dafür: 100 bis 120 TeilnehmerTeilgeber (Minimum 50). Das Ziel: Lernen miteinander und voneinander fördern. Der Fokus liegt klar auf der Beteiligung der Einzelnen, deshalb Teilgeber statt nur Teilnehmer.

Der Austausch bei BarCamps kann Einblicke in informelles, bisher nicht dokumentiertes Wissen geben. Die Themenfindung dafür kann durchaus auch in der Kaffeeküche passieren. Aber: ein BarCamp ist keine Schablone. Man muss schauen, wie es zur/in die eigene Organisation passt. Nötig ist eine gute Vorbereitung, eine eindeutige Auftragsklärung und ein ordentliches Event Management.
Und: Mut, Kontrolle abzugeben – denn genau das passiert in BarCamps.

BarCamps können ein ergänzendes, bereicherndes Instrument in der betrieblichen Personalentwicklung sein. Sie eignen sich gut zur Begleitung organisatorischer Veränderungen. Wichtig ist die Nachbereitung und Weiterführung der Impulse, damit das BarCamp als nachhaltig wahrgenommen wird.

 

 

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Vorschau: Berufsbildung 4.0

Morgen werde ich in Frankfurt an der IHK Konferenz „Berufsbildung 4.0 – Digitale Berufsausbildung auf dem Vormarsch“ teilnehmen.
Das Programm: http://www.frankfurt-main.ihk.de/veranstaltungen/8/45151/Berufsbildung_40/index.html

Ich bin gespannt, was mich erwartet, und werde hier im Blog berichten. Während der Veranstaltung werde ich sicher den ein oder anderen Tweet absetzen. Ob es einen Hashtag gibt, weiß ich nicht. Ich wage es aber aus der Erfahrung mit früheren Veranstaltungen dieser Art zu bezweifeln, trotz des Themas. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Meinen Twitteraccount finden Sie hier: https://twitter.com/a_hartenfeller

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