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Montagsimpuls: muss es immer perfekt sein?

Die perfekte Bewerbungsmappe. Der perfekte Boss. Das perfekte Interview. Die perfekte Organisationsstruktur.

Kennen Sie das auch? Weniger als perfekt scheint als Überschrift nicht zu taugen.

Absolut, einwandfrei, unübertroffen, tadellos, mustergültig, das sind nur einige der Synonyme, die sich unter dem Stichwort „perfekt“ finden lassen.

Da kann es einem schon anders werden, vor allem an einem Montagmorgen.

Ich bin in vielem, was ich tue, Perfektionistin. Und das ist gar nicht so toll, wie es klingt. Denn oft bedeutet es einen Haufen Arbeit, ohne dass andere diesen Aufwand überhaupt aktiv wahrnehmen. Perfektionismus ist in manchen Dingen hilfreich, keine Frage. Aber übertreiben müssen wir es damit nicht.

Gut genug wäre schon einmal ein Anfang. Und wer sagt denn eigentlich, was perfekt ist? Sage ich das im stillen Kämmerlein, weil etwas meinen Ansprüchen genügt, oder sagt das jemand anderes?

Im HR erlebe ich es immer wieder, dass Prozesse liebevoll und arbeitsreich durchs HR-Team gestaltet werden. Und dass dann die Enttäuschung groß ist, wenn die Mitarbeiter:innen diese Prozesse und Workflows nicht so leben, wie man sich das gedacht hat. Wie oft reden wir mit den Kolleg:innen darüber, was sie im Arbeitsalltag brauchen und wie ein Prozess aus ihrer Sicht aussehen könnte? Ich finde, noch viel zu wenig – und ich bin diesbezüglich auch noch lange nicht perfekt.

Aber ich kann nur dazu ermuntern, den eigenen Perfektionismus erst einmal in der Schublade zu lassen und zu versuchen, ohne Grundannahmen und ein „so und nicht anders muss es laufen“ das Gespräch mit anderen zu suchen, um HR-Themen gemeinsam voranzubringen. Wer nicht einfach nur reden will, kann z.B. Methoden aus dem Design Thinking ausprobieren. Daraus hat sich mit dem Employee-Experience-Design bereits eine eigene Strömung für HR entwickelt und darüber hatte ich ja auch schon gebloggt.

Wie heißt es immer so schön: für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung. Und ich meine das auch so. Sprechen Sie mich gerne an, oder schreiben Sie hier einen Kommentar, oder folgen Sie mir bei Twitter. Vielleicht sehen wir uns auch bei der einen oder anderen Veranstaltung.

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