Montagsimpuls: tief durchatmen

Sind Sie nervös, wenn Sie vor anderen Menschen reden sollen? Selbst wenn es sich um eine kleine Gruppe handelt, vielleicht um Ihre Kolleginnen und Kollegen, die Sie kennen?

Wenn Ihnen das so geht, trösten Sie sich, denn Sie sind nicht allein. Viele Menschen sind aufgeregt, wenn sie öffentlich reden sollen. Vor ein paar Jahren hatte ich im Rahmen einer Blogparade ein wenig zum Thema Lampenfieber geschrieben und dabei erwähnt, dass ich vor Auftritten gerne ein paar Atemübungen mache.

Möglicherweise hat Ihnen ja schon einmal jemand gesagt, dass „tief durchatmen“ etwas sei, das gegen Aufregung helfe. Grundsätzlich ist das auch richtig, aber was genau ist damit gemeint? So tief Luft zu holen, dass einem fast schwindelig wird, das ist es jedenfalls nicht. Vielmehr geht es darum, vor lauter Nervosität das Loslassen und Ausatmen nicht zu vergessen. Es klingt vielleicht seltsam, das Ausatmen zu „vergessen“, da die Atmung ja reflexgesteuert ist und im Grunde „automatisch“ abläuft, aber tatsächlich spannen viele Menschen unbewusst alle möglichen Muskelgruppen an, inklusive der Bauchmuskeln, wenn sie aufgeregt sind, und atmen eher flach und „hoch“ in den Brustraum.

In diesem Zusammenhang kann es helfen, ganz bewusst durch die Nase ein- und durch den Mund auszuatmen. Dabei gerne mitzählen: ein – 2 – 3 – 4, Pause, aus – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 -7. Die Ausatemphase darf tatsächlich länger sein als die Einatemphase. Das bewusste Ausatmen und Loslassen der Atemluft kann mit dazu beitragen, dass Ihre Aufregung kleiner wird.

Wenn Sie sich mit Ihrer Atmung beschäftigen möchten, finden Sie im Folgenden einige Hinweise und Übungen. Sie sollten davon nicht „außer Atem“ geraten. Wenn Ihnen eine Übung nicht „liegt“, lassen Sie sie einfach weg.

Sammeln Sie sich. Schließen Sie die Augen. Öffnen und schließen Sie den Mund. Spüren Sie Ihre Kiefergelenke, die Lippen, die Zunge, den Mundraum.

Setzen Sie sich auf einen Stuhl. Sensibilisieren Sie Ihre Füße, bewegen Sie sie aktiv. Heben Sie beim Einatmen die Fußspitze und senken Sie sich beim Ausatmen wieder. Alternativ: die Ferse heben und wieder senken. Üben Sie das Loslassen.

Machen Sie „Sitzschritte“ auf einem geeigneten Stuhl oder ggf. auf dem Boden.

Verlagern Sie im Sitzen Ihr Gewicht nach rechts, tönen Sie ein „mmm“ und gehen Sie in die Ausgangsposition zurück. Dann die andere Seite. Machen Sie einen „inneren Rundgang“, während Sie die Atmung ruhig fließen lassen.

Spannen Sie Ihren Brustkorb „wie einen Regenschirm“ auf, weiten Sie ihn, nehmen Sie die Schultern nach hinten, die Ellbogen zur Seite, lächeln Sie innerlich.

Drehen Sie sich im Stand über die Schulterachse und spüren Sie, wie die Drehung bis in den Fuß „wandert“. Beobachten Sie dabei, wie die Atemluft strömt.

Beim Ausatmen „loslassen“, wachsen, innerlich groß werden. Bei Einatmen spüren, wohin die Luft strömt. Den Brustkorb nicht aktiv dehnen, sondern die Luft „arbeiten“ lassen.

Legen Sie eine Hand auf Ihren Bauch, etwa in Höhe des Bauchnabels. Atmen Sie ruhig und bewusst „in die Hand hinein“.

Lassen Sie die Arme beim Einatmen langsam nach oben wandern, und nehmen Sie sie beim Ausatmen wieder nach unten – als ob Sie fliegen würden. Aber schön langsam.

Stellen Sie sich vor, Sie würden eine Kerze anpusten. Lassen Sie sie dabei nicht ausgehen. Steuern Sie Ihren Atem ganz bewusst.

Halten Sie beide Hände in Höhe des Bauches vor sich. Die Fingerspitzen berühren sich sacht.

Atmen Sie bewusst ein und aus.

Führen Sie die Hände langsam von einander weg nach außen. Spüren Sie, wie Ihre Fingerspitzen mit der Atemluft pulsieren.

Wenn Sie mögen, trennen Sie die Finger einzeln voneinander und spüren Sie nach, wo die Atemluft in Ihrem Körper ist.

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Luftballon.

Pusten Sie ihn langsam auf. Füllen Sie Ihre Atemluft mit Ihrem Lampenfieber und pusten es in den Ballon.

Wenn er voll ist, machen Sie einen imaginären Knoten.

Dann lassen Sie ihn fliegen.

 

Wenn Sie Fragen zu Atmung, Stimme, Präsentieren und Lampenfieber haben, schreiben Sie mir gerne.

 

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Bewerbungstipp (45): bitte kein Voodoo

Manchmal glaubt man ja nicht, was man vor dem ersten Kaffee schon lesen darf – letzte Woche „erwischte“ mich Stefan Reiser bei Twitter mit diesem Tweet.

Da hat so ein Schlauberger, der aus Funk und Fernsehen bekannt ist (also, zumindest den Leuten, die die Sendungen gucken, in denen er vorkommt), die These aufgestellt, dass Personaler als erstes auf das Bewerbungsfoto schauen und dass man das Foto doch bitteschön anpassen möge aufs Unternehmen und auf den „Spiegeleffekt“ hoffen, weil gerne Leute eingestellt würden, die so sind wie man selbst.

Au weia, sagt da jede und jeder halbwegs (aus-)gebildete Personalerin und Personaler und schlägt die Hände über dem Kopf zusammen oder verschluckt sich am Kaffee.

Bitte, bitte, liebe Bewerberinnen und Bewerber: tut’s nicht.

Und liebe Kolleginnen und Kollegen, lasst Euch nicht für dumm verkaufen und kümmert Euch um eine professionelle Personalauswahl.

Über die Fotodiskussion sollten wir im Jahr 2018 doch allmählich hinausgekommen sein.

Mal völlig abgesehen davon, dass es nicht unbedingt zielführend sein muss, Leute einzustellen, die so sind wie man selbst – vielleicht braucht es ja ganz andere Fähigkeiten, damit das Unternehmen vorankommt. Aber das ist ein eigenes Thema und wird bei Gelegenheit aufgegriffen.

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Freitagsgedanke: das Henne-Ei-Problem in der Personalsuche

Im Thesenpapier des BPM, auf das ich hier schon einmal Bezug genommen hatte, geht es auch um die Zukunft des Recruiting. Unter dem Stichwort „Engage & find statt post & pray“ soll es darum gehen, Bewerber zu Kunden zu machen (oder sie als solche zu betrachten) und noch transparenter zu werden im Prozess. Außerdem sollten wir Zuschreibungen („Bewerber mit Migrationshintergrund wollen wir nicht, weil…“ oder „Mütter wollen wir nicht, weil…“) zugunsten eines größeren Talentpools, den wir zur Stellenbesetzung dann nutzen könnten, aufgeben.

Das ist alles schön und gut und auch richtig und für gestandene Recruiter nicht wirklich neu – aber gut, dass es im Verband ankommt und dort thematisiert und bedacht wird.

Nun gibt es aber in der weiten Welt der Arbeitgeber nicht nur Recruitingprofis mit jeder Menge Erfahrung. Manche Unternehmen haben nicht einmal eine Personalabteilung und manche nicht einmal eine Personalerin oder einen Personaler. Da läuft vieles halt nebenher, klappt ja auch meist, und wenn eine neue Stelle zu besetzen ist, schreibt man einen Anzeigentext, so wie man es gewohnt ist, und schaut, was passiert.

Das kann gut gehen, geht aber oft nicht gut. Das Texten der Stellenanzeige steht bei der Personalsuche nicht am Anfang! Wer nun die Henne und wer das Ei ist, hängt ganz vom jeweiligen Standpunkt ab, aber egal, wie Sie es betrachten, schreiben Sie bitte nicht als erstes Ihre Anzeige und geben einen Batzen Geld für die Veröffentlichung aus und schauen dann anhand der eingehenden Bewerbungen, ob jemand Ihre Gedanken gelesen hat und die oder der Richtige gleich schon dabei ist. Und wenn nicht, schalten Sie die Anzeige woanders und schauen wieder, oder ändern vielleicht den Anzeigentext… und am Ende haben Sie eine Menge Zeit investiert, vom Geld ganz zu schweigen und vielleicht trotzdem noch keinen Erfolg gehabt.

  • Analysieren Sie Ihren Personalbedarf
    • Welche Aufgaben sind zu erledigen?
    • Wie hoch ist der Zeitaufwand dafür?
    • Wie werden sich Aufgaben und Zeitaufwand perspektivisch ändern?
  • Beschreiben Sie Ihr Unternehmen
    • Was ist Ihre Geschichte?
    • Gibt es Besonderheiten?
    • Wo wollen Sie hin?
  • Definieren Sie die Anforderungen
    • fachlich: welche Ausbildung ist nötig, was sind fachliche „Muss“-Fähigkeiten, was sind „Kann“-Fähigkeiten, was kann später gelernt werden und was muss schon da sein
    • persönlich: wer passt zu Ihnen? Wie arbeitet diese Person, wie „tickt“ sie, was ist ihr wichtig?
  • Schaffen Sie einen Recruitingprozess
    • Was sind die einzelnen Schritte (angefangen vom Bewerbungseingang über das Vorstellungsgespräch bis zum Vertragsangebot und dem ersten Arbeitstag)? Denken Sie dabei auch an den Zeitaufwand, vor allem, wenn Sie sich alleine um das Thema kümmern.
    • Wer ist beteiligt bzw. wer kommt wann ins Boot? (Fachvorgesetzte, Kollegen)
    • Wie kommunizieren Sie mit den Bewerberinnen und Bewerbern?
    • Wenn Sie kein Recruitingtool oder eine Software haben, benötigen Sie dennoch die Möglichkeit, den Prozess anschaulich darzustellen und Termine zu koordinieren. Überlegen Sie, wie Sie das machen wollen.
  • Jetzt kommen Sie zur Stellenanzeige
    • Texten Sie, oder lassen Sie sich dabei helfen.
    • Je genauer Sie Ihre Anforderungen und Ihr Unternehmen beschreiben, desto größer ist die Chance auf tatsächliche passende Bewerbungen.
    • Veröffentlichen Sie zielgruppengerecht.
  • Führen Sie den Recruitingprozess durch.
    • Legen Sie Ihre Auswahlkriterien vorher fest.
    • Seien Sie zu Bewerberinnen und Bewerbern ehrlich und halten Sie sich an Abmachungen.

Falls Ihnen das alles zu aufwendig erscheint: Denken Sie daran, dass Sie mit der Einstellung einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters eine Investitionsentscheidung treffen. Nehmen Sie das Bruttojahresgehalt, schlagen Sie 20% auf (Lohnnebenkosten und weitere Kosten, die 20% sind ein Richtwert und können nach oben und unten abweichen) und multiplizieren Sie diesen Betrag mal drei oder mal fünf (Jahre der Zugehörigkeit).

Ja, es mag aufwendig sein, einen ordentlichen Personalauswahlprozess zu entwickeln und auch zu leben. Aber es lohnt sich.

 

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Montagsimpuls: der Stimme auch mal Ruhe gönnen

Wer in der vergangenen Woche ab und zu mal die Nachrichten im Fernsehen verfolgt hat, hat sie vielleicht reden hören, oder vielmehr mitleiderregend krächzen, die stark erkältete Frau Nahles, die an den Sondierungsgesprächen zu einer möglichen Koalition teilnahm.

Ich will jetzt gar nicht oberpersonalerhaft den Zeigefinger heben und rufen, wer krank ist, gehört ins Bett, und Präsentismus ist doof, aber da ich ja nicht nur Personalerin bin, sondern auch Sängerin und Stimmbildnerin, nutze ich die Gelegenheit, um ein paar Worte über die Stimmnutzung bei Erkältung und Heiserkeit zu verlieren.

Die Kurzfassung: wenn Sie heiser sind, schonen Sie sich. Gönnen Sie Ihrer Stimme eine Pause, reden Sie möglichst wenig, flüstern Sie nicht, und belasten Sie Ihre Stimmbänder nicht mehr als nötig.

Halten Sie Hals- und Brustbereich warm, sorgen Sie für ausreichend feuchte Luft und atmen Sie möglichst durch die Nase ein. Gut hilft Salbeitee mit Honig, Salbeibonbons, warmes Wasser. Zum Lutschen eignen sich (Meer-)Salzpastillen, Thymian, isländisch Moos, Salbei. Sorgen Sie außerdem für genug Schlaf, Entspannung und Ruhe und trinken Sie täglich genug, v.a. (stilles) Wasser.

Milde Kräutertees sind ebenfalls zu empfehlen, außerdem Honig (aber Achtung, heiße Milch mit Honig ist zwar lecker, fördert jedoch eher die Bildung von Schleim, als etwas dagegen zu tun). Nikotin und Alkohol wirken eher austrocknend, deshalb aus stimmhygienischer Sicht in Maßen zu verwenden.

Summen und leichtes Klopfen auf das Brustbein kann Verschleimungen lösen. Gurgeln und Inhalieren kann ebenfalls helfen.

Aber wenn Sie akut krank sind, Schmerzen haben oder der Hals entzündet ist, sorgen Sie für Ruhe und Wärme und gehen Sie zum Arzt, wenn es nach drei Tagen nicht besser ist. Wenn der Sie ins Bett steckt, halten Sie sich dran.

Lernen Sie die Grenzen Ihrer Stimme kennen und respektieren Sie diese, nicht nur, wenn Sie beruflich viel reden müssen.

Wenn Sie konkrete Tipps zur Stimmbildung haben möchten, schauen Sie gerne regelmäßig hier im Blog vorbei oder kontaktieren Sie mich direkt.

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Tür auf, Tür zu, oder gar keine Tür? Hauptsache, das Denken bleibt offen.

Vor ein paar Tagen schmunzelte ich darüber, „wie das Großraumbüro erfunden wurde“.
Das Thema lässt auch eine große Tageszeitung nicht kalt und so finden sich innerhalb weniger Tage gleich zwei Artikel dazu, einmal pro und einmal contra Großraumbüro.

Bei der Arbeit die Türe schließen kann ich nur zuhause. Auch ich arbeite in einem offenen Büro und es gibt Tage, da mag ich das sehr und an anderen Tagen mag ich es überhaupt nicht.

Was ich darüber hinaus nicht mag, ist schlampige Sprachverwendung durch Journalisten – denn die könnten es besser wissen (und auch besser machen).
Wenn jemand eine Situation oder ein Verhalten befremdlich findet, oder wunderlich, oder sonderbar, warum bezeichnet er es dann nicht so? Wem ist geholfen, für diese Situation oder dieses Verhalten ein Wort wie autistisch oder behindert zu verwenden, so, wie es auch in der großen Tageszeitung geschah? Das ist nicht nur unhöflich, sondern auch verletzend für Betroffene, vor allem, wenn damit eine negative Empfindung beschrieben wird.

Es gibt so viele prächtige beschreibende Worte, um die mitunter skurrilen Verhaltensweisen zu benennen, die uns im Arbeitsalltag begegnen können. Ich denke da an verschroben, schrullig, kauzig – und wenn es einfach nur darum geht zu sagen, dass Einzelbüros einsam machen oder der Abgewandtheit Vorschub leisten oder so manchem Eigenbrötler (oder mancher Eigenbrötlerin) eher entgegenkommen als Großraumbüros, dann lässt sich das auch genau so sagen.

Wir haben häufig nicht die Wahl, ob unser Arbeitsplatz in einem Großraumbüro liegt oder ob wir unsere „eigenen vier Wände“ haben, aber wir haben die Wahl, welche Worte wir wählen, um unsere Umwelt zu beschreiben. Natürlich wird es immer mal menscheln und zu Missverständnissen und Konflikten kommen. Kaum jemand kommuniziert immer perfekt, und manchmal tritt man auch ins Fettnäpfchen, doch wenn man offen bleibt für andere Sichtweisen und sich anhört, was das Gegenüber stört, kann das sehr bereichernd sein. Deshalb: Augen und Ohren offen halten, ob mit oder ohne Bürotür.

 

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HR-Trends 2018: neues BPM-Konzeptpapier

Listen. Überall Listen. Die 9/14/47 bestern/tollsten/bequemsten Vorsätze/Ratschläge/Tipps für das Jahr 2018. Kaum ein Tag, an dem man nicht über irgendwelche Listen stolpert. Ich bin davon kein so großer Fan. Deshalb gibt es bei mir auch keine Listen.

Wenn jedoch eine Liste mit Fragen und Thesen unterfüttert ist, wie das Konzeptpapier des BPM mit den 8 HR Trends 2018, dann finde ich das teilenswert.

Noch habe ich nicht zu jedem Punkt etwas zu sagen, aber das Jahr ist jung und ich werde zu gegebener Zeit etwas zur Diskussion beitragen.

Gespannt bin ich, wie sich die Hashtags #futureofwork und #HRtrends2018 verbreiten werden. Der Anfang ist zumindest gemacht.

 

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Eingeordnet unter Personalarbeit

Bewerbungstipp (44): Vorbereitung aufs Gespräch

Auch im Jahr 2018 bleibt der Dienstag der Wochentag, an dem Sie hier meine persönlichen Bewerbungstipps lesen können, und zwar aus der täglichen Praxis für die Praxis. Mir ist es ein Anliegen, Ihnen etwas Handfestes mitzugeben, zumindest für die Situationen, für die das möglich ist.

Derzeit führe ich viele Bewerbungsgespräche und manchmal lade ich vor dem eigentlichen Termin im Unternehmen erst einmal zu einem Telefonat ein. Während es für die meisten Bewerberinnen und Bewerber selbstverständlich zu sein scheint, sich auf ein persönliches Gespräch gut vorzubereiten, zeigt mir meine Erfahrung, dass das für Telefonate nicht im gleichen Maße gilt.

Auch wenn es „nur“ ein Telefongespräch ist, sollten Sie sich darauf vorbereiten. Vorbereitung heißt für mich nicht zwingend, dass Sie alle Geschäftsberichte der letzten Jahre auswendig gelernt haben oder jede Pressemeldung genau kennen oder sich aufgrund von kununu- oder glassdoor-Bewertungen bereits eine Meinung gebildet haben.

Aber es hilft, wenn Sie

  • wissen, auf welche Stelle Sie sich beworben hatten und wie das Unternehmen heißt und wo es sitzt
  • das Telefonat eingeplant haben, so dass Sie nicht gerade mit dem Hund beim Joggen sind, wenn das Handy klingelt
  • Ihren Werdegang auch mit mehrjähriger Erfahrung in überschaubarer Zeit erzählen können und nicht für jede Dekade zehn Minuten oder mehr benötigen
  • eine Vorstellung haben, welche Fragen Sie Ihrerseits gerne stellen möchten
  • als Quereinsteigerin oder Quereinsteiger offen und ehrlich mit Ihren Kenntnissen und Erfahrungen umgehen und diese weder überhöhen noch kleinreden.

Klingt alles logisch und selbstverständlich? Prima, dann wünsche ich Ihnen für Ihr nächstes Telefoninterview viel Erfolg und vielleicht mögen Sie ja von Ihren Erfahrungen berichten. Kommentare sind willkommen.

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Eingeordnet unter Bewerbung, Bewerbungstipp