Archiv der Kategorie: Bewerbungstipp

Bewerbungstipp (39): die dritte Seite

Die berühmte dritte Seite, das Sahnehäubchen einer jeden Bewerbung. Oder eher die berüchtigte dritte Seite, die im Grunde niemand lesen möchte und die die Bewerbung nur unnötig aufbläht?

Auch hier gibt es aus meiner Sicht keine Vorgehensweise, die zu jeder Bewerbungssituation passt. Aber bevor Sie sich hinsetzen und zusätzlich zum Lebenslauf noch weitere Dokumente verfassen, überlegen Sie sich genau, was Sie damit sagen wollen, und ob das, was Sie sagen wollen, eine Ergänzung oder eine Wiederholung ist.

Machen Sie nicht den Fehler, den ich vor Jahren machte, als ich mich an einer dritten Seite abmühte anhand einer Vorlage, die ich in einem Bewerbungsratgeber gefunden hatte (ja, auch ich war mal jung und las alle möglichen Bücher, von denen ich heute nichts mehr wissen möchte bzw. von denen ich manchmal sogar abrate) und mir Worte und Sätze aus den Fingern sog, die nicht meine waren. Einen Job hat mir das übrigens auch nicht verschafft, aber das nur am Rande.
Wenn Sie also eine dritte Seite schreiben wollen, dann tun Sie das in Ihrem eigenen Stil. Schreiben Sie so, wie Sie sind, und nicht so, wie Sie denken, dass Sie vielleicht sein sollten, um die Stelle zu bekommen. Es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass diese dritte Seite gar nicht erst gelesen wird.

Wofür eignet sie sich denn nun überhaupt, diese dritte Seite?

Sie können, um Ihren Lebenslauf nicht zu lang werden zu lassen, auf dieser zusätzlichen Seite z.B. Informationen zu Projekten geben. Oder zu Kompetenzen, die Sie erworben haben und die Sie im Lebenslauf oder Anschreiben nicht unterbringen können oder wollen. Was Sie nicht tun sollten, ist, Ihren Lebenslauf noch einmal in Romanform zu wiederholen oder ein zweites Anschreiben zu formulieren. Die Zeit können Sie sich auf jeden Fall sparen.

 

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Bewerbungstipp (38): brauche ich einen Coach?

Die Antwort auf die oben gestellte Frage lautet: kommt darauf an.

Grundsätzlich brauchen Sie, auch wenn Ihnen viele Anbieter das so suggerieren, für „normale“ Bewerbungsaktivitäten keinen Coach. Sie haben, wenn Sie das hier lesen, Internetzugang und somit die Möglichkeit, nach Herzenslust zu recherchieren und sich in das Abenteuer Bewerbung zu stürzen.

Wenn Sie jedoch in einer besonderen Situation sind, wenn es seit langem partout nicht klappt mit dem neuen Job, dann kann ein Coach sinnvoll sein. Ich kann hier an dieser Stelle niemanden empfehlen (auf Anfrage jedoch gerne – Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier: https://andreahartenfeller.wordpress.com/about/), möchte Ihnen aus meiner Erfahrung jedoch mitgeben, dass Sie genau hinschauen sollten, was der- oder diejenige anbietet.

Nehmen Sie, auch wenn das Geld nicht so locker sitzt, nicht den Billigsten. Überlegen Sie, was Ihr Ziel ist. Vielfach wird die Überarbeitung Ihrer Unterlagen angeboten, damit Sie ins Vorstellungsgespräch kommen. Aber das ist ja nur der Anfang. Möglicherweise brauchen Sie jemanden, der Sie den kompletten Prozess über begleitet. Oder Sie gehören vielleicht zu den Leuten, die gute Unterlagen haben, aber nach dem Vorstellungsgespräch nicht weiterkommen.

Suchen Sie sich keinen Schönwetter- oder Kuschelcoach, der „die anderen“ (die Arbeitgeber, die Personaler, die Wirtschaftslage…) verantwortlich macht, sondern ruhig jemanden, der mit Ihnen auch Klartext redet und gemeinsam mit Ihnen an konkreten Dingen arbeitet, die Sie tatsächlich verändern können.

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Bewerbungstipp (37): planvoll vorgehen

Regelmäßig lese und höre ich von Leuten, sie hätten ja schon 100 (oder 200, oder gar 300) Bewerbungen geschrieben und hätten immer noch keinen (neuen) Job. Wenn ich dann nachfrage, ob und wie sich die Herangehensweise an die Bewerbung im Laufe der Zeit geändert hat, ernte ich häufig einen verwirrten Blick oder viele Fragezeichen.

Ich weiß, dass es schwierig sein kann, einen (neuen) Job zu finden. Manchmal sucht man recht lange, und würde man tatsächlich täglich eine Bewerbung schreiben und nie krank sein oder mal einen freien Tag nehmen und nur an den Wochenende nichts machen, käme man in einem Jahr locker auf 200 Bewerbungen und mehr. Nur: ist das ein erfolgversprechender Weg? Und gibt es überhaupt so viele Stellen, auf die man wirklich passt? Wenn Sie einen sehr nachgefragten Beruf haben, finden Sie sicher mehr ausgeschriebene Vakanzen als jemand mit einem eher seltenen Beruf, aber auch dann sollten Sie auswählen, wohin Sie eine Bewerbung schicken wollen.

Gehen Sie geplant vor. Überlegen Sie, was Sie bieten, und wie das zu dem passt, was in der Ausschreibung steht. Überlegen Sie, ob Sie umziehen können oder wollen, oder ob Sie pendeln können oder wollen, und wenn ja, wie viele Stunden pro Tag auf den Arbeitsweg entfallen dürfen. Machen Sie sich Gedanken, ob Sie in ein kleines, mittleres oder großes Unternehmen wollen. Schauen Sie sich Ihre bisherigen Erfahrungen an (sofern vorhanden) und in welcher Branche Sie diese gesammelt haben. Ist ein Branchenwechsel möglich oder sinnvoll?
Je genauer Sie wissen, was Sie können und wollen, desto gezielter können Sie sich bewerben.

Vielleicht schreiben Sie, wenn Sie sich einen Plan gemacht haben, nicht mehr fünf Bewerbungen pro Woche, sondern nur eine oder zwei. Aber wenn es da gut passt, kommen Sie wahrscheinlich schneller zum Ziel.

Und tun Sie sich selbst den Gefallen und stellen Sie Ihre Aktivitäten ab und zu auf den Prüfstand. Wenn 20 Ihrer Bewerbungen nicht zu einem Gespräch führen, mag das Gründe haben, die Sie nicht beeinflussen können. Es mag aber auch Verbesserungspotential geben. Da können Sie ansetzen.

Viel Erfolg!

 

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Bewerbungstipp (36): Fernstudium

Dass Bewerberinnen und Bewerber es schwer haben, diesen Eindruck erwecken diverse Diskussionen im Netz und auch außerhalb immer wieder. Dass manche Bewerbergruppen es schwerer haben als andere, oder das zumindest so empfinden, schwingt in diesen Diskussionen auch immer mit.

Eine dieser Gruppen ist die Gruppe der Fernstudiumsabsolventinnen und -absolventen. Da wird davon berichtet, dass Personaler ein Fernstudium nicht ernst nähmen, dass die Abschlüsse nicht anerkannt seien, dass man trotz des Abschlusses als Anfänger angesehen werde, und dass Fernstudenten Kenntnisse und Fähigkeiten fehlten, die Präsenzstudenten im Übermaß hätten (Erfahrung mit Präsentationen, Arbeitsgruppen, Teamarbeit…).

Was also tun?

Ich bin keine Freundin davon, sich in der Bewerbung für etwas zu entschuldigen, was man ist oder hat. Schreiben oder sagen Sie also nicht, dass Sie „leider nur“ ein Fernstudium absolviert haben. Stellen Sie es schlicht als Tatsache dar. Wie Ihr Gegenüber das interpretiert, können Sie nicht wissen. Es gibt durchaus Personaler, die eine Vorstellung davon haben, was Fernstudenten leisten, und die das zu schätzen wissen. Da müssen Sie gar keine Überzeugungsarbeit leisten. Hüten Sie sich aber davor, sich als Fernstudent aufgrund der anderen Anforderungen, die an Sie gestellt werden, mehr oder weniger automatisch als besser zu sehen als Leute, die ein „klassisches“ Präsenzstudium absolviert haben. Ein Fernstudium ist nicht besser oder schlechter, sondern erst einmal nur anders.

Beschäftigen Sie sich vor Ihrer Bewerbung damit, welche Vor- und Nachteile einem Fernstudium möglicherweise zugeschrieben werden. Dann können Sie sich auf Rückfragen entsprechend vorbereiten.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob der Abschluss anerkannt ist, informieren Sie sich auf einschlägigen Plattformen, z.B. bei http://www.fernstudium-infos.de/

Und ansonsten: frisch auf ans Werk! Zumindest meine Bewerbungstipps gelten für Fern- und Präsenzstudenten gleichermaßen.

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Bewerbungstipp (35): nicht lange ärgern

Es gibt in Diskussionsforen unzählige Beiträge über unprofessionelles Verhalten von Arbeitgebern im Bewerbungsprozess. Teilweise scheint es sich tatsächlich um Fehler zu handeln, teilweise spielt die empfundene Kränkung über eine Absage eine so große Rolle, dass Geschehnisse als negativ empfunden werden, die es vielleicht gar nicht sind.

Manchmal muss man sich seine Erlebnisse einfach von der Seele schreiben. Aber was wäre, wenn jeder einfach noch einen Schritt weiterginge, und Plattformen wie Kununu und Glassdoor nutzen würde, um dort ein Sternchen oder eben kein Sternchen zu hinterlassen? Es wird viel diskutiert darüber, ob HR überhaupt für die Zukunft gerüstet sei, ob die Digitalisierung nicht an uns vorbeiginge, ob wir uns im Umfeld „Work 4.0“ sicher bewegen könnten. Spannende Fragen, klar. Ändern kann sich so manches jedoch nur, wenn von mehr als einer Seite gedrückt, gezogen oder geklickt wird.

In diesem Sinne mein heutiger Tipp: ärgern Sie sich nicht lange über eine Absage, über falsche Textbausteine, über unprofessionelles Recruiting, sondern geben Sie Rückmeldung, wo Sie können. Das kann ein Forumsbeitrag sein, das kann aber auch eine Bewertung auf einer entsprechenden Plattform sein. Trauen Sie sich – es kann ja nicht viel schiefgehen.

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Bewerbungstipp (34): am Ball bleiben

Auf eine offene Stelle kommt am Ende des Bewerbungsprozesses in fast allen Fällen genau eine Person, die diese Stelle bekommt. Für alle anderen heißt es, tut uns leid, sehen Sie unsere Absage nicht als Wertung Ihrer Person, wir wünschen Ihnen alles Gute, und so weiter. Dass eine Absage selten gelegen kommt, und meist auch ein bisserl weh tut, darüber habe ich schon ein paar Mal geschrieben.

Trotzdem möchte ich Sie, liebe Jobsuchende, ermuntern, am Ball zu bleiben. Gerade, wenn die Stellensuche Ihre Hauptbeschäftigung ist, schaffen Sie sich eine „Bewerbungsroutine“. Die kann Ihnen helfen, auch durch die Frustphasen zu kommen. Sie müssen sich nicht auf alle Stellen, die Sie am Montagmorgen auf Ihren Streifzügen durch die Onlinestellenbörsen gefunden haben, auch direkt am Montag bewerben. Machen Sie für sich einen Plan, wann Sie welche Bewerbung angehen wollen. Wenn Sie mit einer Bewerbung nicht weiterkommen, nehmen Sie sich eine andere vor. Planen Sie Pausen ein. Erlauben Sie sich, mal einen halben Tag lang keine Bewerbung zu schreiben. Das kann helfen, den Kopf wieder frei zu bekommen und vielleicht am nächsten Tag mehr zu schaffen, als Sie sich ursprünglich vorgenommen hatten.

Viel Erfolg!

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Bewerbungstipp (33): wider die Phrasendrescherei

Wenn ich Bewerber frage, welchen Teil der Bewerbung sie am schwierigsten finden, bekomme ich in den meisten Fällen zu hören, das Anschreiben sei ein Problem. Man wisse gar nicht so recht, was man da sagen solle, und gelesen würde es ja wohl eh nicht, und schön formulieren könne man ja auch nicht, und was man so im Internet darüber fände, klänge oft so gestelzt. Und so weiter.

Wer hier schon eine Weile mitliest, weiß, dass ich keine perfekten Anschreiben erwarte. Im Gegenteil, ich freue mich, wenn ich einfach einen freundlichen Brief bekomme und keinen Brei aus Allgemeinplätzen und Phrasen ohne Bezug zu dem, der da schreibt.

Letztendlich entscheidet jeder selbst, was er in seinem Anschreiben von sich gibt, und es ist richtig, dass es Kolleginnen und Kollegen gibt, die die Anschreiben gar nicht erst lesen. Aber das weiß ich halt vorher nicht, an wen meine Bewerbung kommt. Und denken Sie auch an die vielen kleinen Unternehmen, die vielleicht gar keinen Personaler haben – schreiben Sie also Ihr Anschreiben nicht so, wie Sie denken, dass HR-Mitarbeiter das erwarten oder wie Sie das irgendwo gelesen haben. Schreiben Sie als Sie selbst, als Controllerin, als Bäcker, als Berufskraftfahrer, als Mechanikerin, und nicht als Profibewerber oder Beraterin. Es sei denn, Sie sind Profibewerber oder Beraterin.

Und wenn Sie Schlagworte wie „zuverlässig, belastbar, teamfähig“ unbedingt verwenden wollen, unterfüttern Sie diese mit Beispielen aus der Praxis. Leere Worthülsen mag niemand gerne lesen. Überlegen Sie, was Sie mit diesen Schlagworten ausdrücken wollen und wie diese auf den Empfänger wirken könnten. Benutzen Sie sie nur, wenn Sie davon überzeugt sind und wenn Sie konkrete Situationen damit verbinden können.

Wenn Sie doch Phrasen dreschen wollen, dann finden Sie reichlich Inspiration im Netz, z.B. hier: http://www.orthografietrainer.net/service/phrasendreschmaschine.php

Viel Erfolg bei der Bewerbung!

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