Archiv der Kategorie: Bewerbungstipp

Grundlagen der Bewerbung

Stellen Sie sich vor, Sie müssen umziehen. In ein Land, dessen Sprache und Gepflogenheiten Sie erst kennen lernen. Und dann bekommen Sie nach ein paar Monaten die Aufgabe, einen Job zu finden.

Gar nicht so leicht, wenn man noch mit Vokabeln und Grammatik kämpft und alles so anders ist.

So geht es vielen Menschen, die, aus welchen Gründen auch immer, nach Deutschland kommen und versuchen, hier Fuß zu fassen. Nun schreibe ich ja schon seit ein paar Jahren über das Thema Bewerbung und versuche dabei, möglichst praxisnah zu sein und gleichzeitig mit einigen Mythen und Legenden aufzuräumen, die von vielen als Hindernisse beim Bewerben empfunden werden. Kurz gesagt, ich versuche deutlich zu machen, dass meine Personalerkolleginnen und Kollegen und ich gar nicht so schlimm sind, wie uns oft nachgesagt wird.

Da ich mich auch ehrenamtlich engagiere, u.a. beim Frankfurter Jugendrotkreuz, lag es nahe, dass ich mal nicht nur über das Thema schreibe, sondern darüber rede, und das für Menschen, die Unterstützung beim Bewerben sehr gut brauchen können: jugendliche Flüchtlinge.

So hatte ich gestern das Vergnügen, einem Dutzend junger Menschen mit Deutschkenntnissen zwischen A1 und A2 ein wenig über die Gepflogenheiten des Bewerbens in Deutschland näher zu bringen.

Da ich bereits vorher wusste, auf welchem Niveau sich die Sprachkenntnisse bewegen, habe ich das verwendete Material (Lebenslaufvorlage, Anschreiben und Vokabelliste) so einfach wie möglich gehalten. Es gab einige Teilnehmer, die hervorragend damit klar kamen, und andere brauchten sehr viel Unterstützung. Wenn man bisher seine Jobs dadurch gefunden hatte, dass man einfach im Dorf oder in der Kleinstadt von Werkstatt zu Werkstatt tingelte und anfragte, wo man gebraucht wurde, ist das Konzept eines Lebenslaufs und eines Anschreibens recht fremd. Und dann kommen noch so Kleinigkeiten dazu wie unterschiedliche Kalender. Da steht dann als Schulzeit 1385-1389 bei einem Geburtsjahr von 1999 und es gibt gemeinsame Verwirrung und großes Gelächter, als die Sache aufgeklärt wird.

Zweieinhalb Stunden dauerte der Workshop, und es gab für alle viel zu lernen, auch für mich. Ich bin ja eigentlich keine Freundin von Vorlagen und Textbausteinen, aber für diese Zielgruppe habe ich genau das erstellt, damit wir eine gemeinsame Basis hatten. Auch komplizierte Worte wie Anschreiben und Lebenslauf (ganz zu schweigen von Stellenanzeige und Vorstellungsgespräch) möglichst einfach zu erklären war für mich spannend und, ich gebe es zu, erst einmal gar nicht so leicht. Ich habe also auch von dem Workshop profitiert.

Besonders schön war, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer hochmotiviert waren und das Angebot nicht als selbstverständlich ansahen. Und: sie wollen alle wiederkommen und lernen, wie man Stellenanzeigen liest und was man im Vorstellungsgespräch erzählen kann.

Dass sich Workshopteilnehmer am Ende per Handschlag persönlich bedanken und verabschieden hat man auch nicht so oft. In vielerlei Hinsicht also ein bemerkenswerter Tag. Ich habe auch schon Ideen für einen zweiten Termin und werde dann wieder hier im Blog berichten, wie es war.

 

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Bewerbungstipp (43): genau hinschauen

Wenn Sie dabei sind, sich zu bewerben, kennen Sie das vielleicht. Sie suchen Rat, wie das am besten zu bewerkstelligen sei. Sie fragen die Suchmaschine ihrer Wahl und bekommen mehr Ergebnisse, als Sie jemals lesen können, und haben die Qual der Wahl, was Sie mit diesen Ergebnissen anfangen sollten und wem Sie Glauben schenken wollen. Besonders beliebt sind Listen („Was Sie auf jeden Fall tun sollten“ – „Was Sie auf keinen Fall tun sollten“). Was ich davon halte (wenig), habe ich hier schon einmal kurz beschrieben.

Nur Sie selbst können entscheiden, welcher Tipp oder Ratschlag zu Ihnen und Ihrer Situation passt. Ich möchte Sie ermuntern, genau hinzuschauen und nicht alles, was Ihnen als „Expertenmeinung“ präsentiert wird, eins zu eins zu übernehmen. Selbst Experten können irren oder werden falsch zitiert oder aus dem Zusammenhang gerissen. Jemand, der seinen Arbeitstag damit zubringt, über Bewerbungen zu schreiben, hat möglicherweise einen anderen Standpunkt als jemand, der im Unternehmen mit der Personalauswahl betraut ist. Keiner von beiden hat alleine recht oder unrecht.

Vorsicht ist meiner Meinung nach geboten bei Artikeln, die aus dem Englischen (USA) übersetzt sind und uns hier als „neueste Informationen zum Bewerben“ präsentiert werden. Da steht schon mal drin, dass man die Innovationsfähigkeit eines Bewerbers an der von ihm verwendeten Schriftart erkennen könne oder dass eine Hotmail oder gar AOL E-Mail-Adresse darauf hindeute, jemand sei altmodisch. Ich fürchte, es gibt auch auf Seiten der Arbeitgeber Menschen, die so etwas glauben und ihre Auswahlkriterien danach richten.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich ein schreibfehlerfreier, gut strukturierter Lebenslauf angenehm liest. Das geht mir auch so, und ich rate auch dazu, die Unterlagen ordentlich aufzubereiten. Aber übertreiben muss man es wahrlich nicht. Und wer behauptet, Ihre Persönlichkeit lasse sich aus der Gestaltung Ihrer Unterlagen herauslesen und Ihre Bewerbung daraufhin ablehnt, für den wollten Sie sowieso nicht arbeiten. Und ich auch nicht.

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Bewerbungstipp (42): „outside the box“ oder nicht?

Wo man im Deutschen meist davon spricht, über den Tellerrand zu schauen, denkt man im Englischen außerhalb der Kiste: „outside the box“ ist ein Ausdruck, der gerne auch mal im Recruiting und in der Personalentwicklung verwendet wird. Um das Unternehmen voranzubringen, wird „outside the box thinking“ als notwendig und wünschenswert angesehen. Wir wissen ja, Digitalisierung, Transformation, Zukunft, New Work, Arbeit 4.0, da können wir nicht mehr nur in unserem eigenen kleinen Suppenteller herumschwimmen, da geht es hinaus aufs weite Meer.
In gewisser Weise ist das wohl auch so, und wenn Sie jemand sind, der das „outside the box thinking“ gut kann, dann machen Sie das, erzählen Sie in Ihrer Bewerbung davon, setzen Sie diese Fähigkeit ein, wann und wo auch immer es passt.

Aber ich möchte Sie heute einladen, dazu einen anderen Standpunkt einzunehmen und zu überlegen, ob es nicht manchmal sinnvoll sein kann, gerade nicht „outside the box“ zu sein und zu denken, sondern „inside the box“. Also, sich unter bestimmten Rahmenbedingungen zurechtzufinden und trotz oder gerade wegen der Beschränkungen voranzukommen, Probleme zu lösen und kreativ zu sein.
In vielen Bereichen ist es genau das, was Sie brauchen, um Ihren Job zu machen. Gute Ideen erkenne ich nicht ausnahmslos daran, dass sie neu sind oder innovativ oder „etwas ganz anderes“, sondern daran, dass sie machbar sind und mir für mein Problem weiterhelfen. Wie viele Ideen sind schon in den Schubladen oder Kisten der Zeit verschwunden, weil sie zwar zunächst gut schienen, aber in der Praxis dann doch nicht funktionierten. Oft passiert das, weil man in Brainstormingsessions zu sehr versucht, „outside the box“ zu sein und zu denken, weil das ja hip und toll und prima ist.

Bevor Sie also in Ihrer Bewerbung vom Tellerrand oder von Kisten erzählen, machen Sie sich Gedanken, was tatsächlich zu Ihnen und zu der Position bzw. dem Umfeld passt. Und auch Sie/Ihr, liebe Kolleginnen und Kollegen, die Sie/Ihr Stellenanzeigen textet und Personalentwicklungspläne schreibt, schauen/schaut gerne noch ein zweites oder drittes Mal hin. Nicht immer ist „outside the box“ das, was gebraucht wird, nicht immer ist „inside the box“ ein Zeichen für Verbohrtheit, und manchmal brauchen wir auch beides. Aber das ist so ein bisserl wie die eierlegende Wollmilchsau, das soll heute nicht Thema sein.

Wer mehr über Möglichkeiten der Ideenfindung lesen möchte, die über „outside the box thinking“ hinausgehen, dem sei „Das Buch der Ideen“ von Kevin Duncan ans Herz gelegt. Ich habe die englische Version gelesen („the ideas book“) und schon einige Tipps daraus erfolgreich anwenden können.

Abschließend ein Beispiel für „inside the box thinking“, das zeigt, dass das manchmal die sinnvollste Lösung sein kann: im Film „Apollo 13“ sehen sich die Astronauten mit dem Problem konfrontiert, dass ein Kohlendioxidfilter nicht mehr funktioniert und dass es unterschiedliche Filtersysteme gibt. Unten am Boden sucht man Wege, das Problem zu bewältigen. Die Aufgabe ist es, einen Adapter für einen runden Filteranschluss auf einen eckigen Anschluss zu bauen, und zwar nur mit den Materialien, die es an Bord der Raumfähre auch gibt. „Inside the box“ eben. Das nutzen, was man hat, nicht das, was man gerne hätte. In vielen Jobs sind die Situationen längst nicht so kritisch wie damals im All, aber das Prinzip des „inside the box thinking“ lässt sich mit diesem Beispiel schön darstellen. Sie finden die Geschichte auch im Buch der Ideen. 🙂

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Das perfekte Anschreiben. Das perfekte Anschreiben?

Mit dem perfekten Anschreiben ist es wie mit Schrödingers Katze.
Es existiert, und gleichzeitig existiert es nicht.

Die Physiker*innen unter meinen Leser*innen mögen mit die Simplifizierung verzeihen, aber das Bild passt einfach zu schön.

Was meine ich damit, wenn ich sage, dass das perfekte Anschreiben existiert und nicht existiert?
Ein Anschreiben ist perfekt, wenn…
… es an den passenden Ansprechpartner addressiert ist
… der Firmenname richtig geschrieben ist
… klar hervorgeht, auf welche Position ich mich bewerbe

Aber das sind Binsenweisheiten, und darüber habe nicht nur ich schon einige Male geschrieben (vermutlich ist das ein Grund dafür, warum „Anschreiben“ und „wie lesen Personaler Anschreiben“ immer wieder als Suchbegriffe auf mein Blog führen).

Letztendlich ist es viel einfacher, und doch so kompliziert. Ein Anschreiben ist dann perfekt, wenn es im Gesamtpaket Ihrer Bewerbung so stimmig ist, dass Sie eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen.

Gleichzeitig gibt es das perfekte Anschreiben aber nicht. Denn Sie können gar nicht immer die Erwartungen Ihrer Leser*innen erfüllen, weil Sie diese nicht kennen. Klar, es kann immer mal sein, dass Sie z.B. auf einer Messe ein*en Personaler*in getroffen haben, ein nettes Gespräch hatten, eine Visitenkarte mitnahmen und im Nachgang eine Bewerbung schicken. Aber selbst dann wissen Sie nicht genau, was Ihr Gegenüber hören oder lesen möchte.

Die meisten Kolleg*innen sagen, sie wollen keine Floskeln lesen. Das verstehe ich. Aber je floskelhafter die Ausschreibung ist, desto schwieriger ist es für die meisten Bewerber, nicht ebenso floskelhaft zu antworten. Jahrelange Bewerbungs“traditionen“ tun das ihre dazu.

Ob wir diese Situation irgendwann einmal auflösen werden? Ich weiß es nicht. Aber ich sehe, dass es immer häufiger Unternehmen gibt, die versuchen, es den Bewerbern möglichst leicht zu machen, indem sie z.B. auf seitenlange Onlineformulare verzichten, oder so knackige Anzeigen texten, dass es selbst Schreibmuffeln leicht fällt, darauf zu antworten, und ich denke, dass das ein guter Weg ist. Ich selbst lese Anschreiben nach wie vor gerne, weil es immer wieder welche gibt, die sich abheben, die mir tatsächlich etwas über die Person verraten, die dahinter steckt, und weil ich außerdem wertschätze, dass sich jemand die Arbeit gemacht hat, ein Anschreiben zu formulieren. Wenn es holprig ist, ist es eben holprig.

Auf das Gesamtpaket kommt es an. Zumindest bei mir.

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Bewerbungstipp (41): die 5 (8, 13, 47) besten Fragen und Antworten

Es gibt Menschen, die mögen Listen.
Und so gibt es in den Weiten des Internet natürlich auch zum Thema Bewerbung jede Menge Listen.
Die heißen dann z.B. „Die fünf besten Interviewfragen“, „10 tolle Recruitingtipps“, „25 Wege zum Traumjob“ und so weiter.

Manchmal finden sich in solche Zusammenstellungen hilfreiche Tipps, aber meist bestehen sie doch nur aus wohl formulierten Selbstverständlichkeiten.

Mein Tipp heute: bleiben Sie kritisch und schauen Sie genau hin, was Ihnen als „sicherer Weg zum Erfolg“ angepriesen wird. Denn ob das zu Ihnen passt, was da steht, können nur Sie selbst entscheiden, weil nur Sie selbst wissen, welchen Hintergrund Sie haben und was Ihr Ziel ist.

Versuchen Sie nicht, Ihre Bewerbung irgendeiner Liste anzupassen, sondern denken Sie darüber hinaus. Und wenn Sie dazu Fragen haben oder Tipps haben möchten, schreiben Sie mich einfach an.

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Bewerbungstipp (40): Querformat

Manchmal werde ich gefragt, was denn davon zu halten sei, den Bewerbungsunterlagen eine Powerpoint-Präsentation beizulegen, oder die Bewerbung mit Powerpoint zu erstellen.
Um diese Frage zu beantworten, möchte ich sie zunächst aufdröseln.

Die einfache Antwort zuerst: die „sicherste“ Variante für Bewerbungsunterlagen ist die pdf-Datei. Egal, welches Format zugrunde liegt, Sie können davon ausgehen, dass alle Zeilenumbrüche, Absätze und was Sie sonst so alles haben, so angezeigt wird, wie Sie es beabsichtigt haben. Bei anderen Dateiformaten können Ihnen unterschiedliche Versionen schon mal einen Strich durch die Rechnung machen. Ganz zu schweigen davon, dass manche Dateiformate für das Hochladen im Bewerbungsportal gar nicht freigegeben sind.
Dem pdf ist es egal (und mir als Empfängerin auch), ob die Ursprungsdatei für den Lebenslauf und das Anschreiben ein Word, Excel, Powerpoint- oder was auch immer Dokument war.

Sie dürfen also, wenn Ihnen das Querformat aus Powerpoint (oder einer anderen Präsentationssoftware) so gut gefällt, dass Sie es für Ihre Bewerbung verwenden wollen, durchaus Powerpoint (oder Keynote, oder Impress, oder…) nehmen, um Ihre Bewerbung zu erstellen.

Allerdings, und hier kommen wir zum schwierigen Teil der Antwort, ergibt es für mich wenig Sinn, eine Datei, die eine „Präsentation“ ist, als eine Art „Arbeitsprobe“ der Bewerbung beizufügen. Denn ob Sie gut präsentieren können, sieht man Ihren Folien nicht an. Und wie gut Sie sich vorbereitet haben, leider auch nicht. Powerpoint und jede andere Präsentationssoftware ist aus meiner Sicht schlicht und einfach ein Tool, das eine Präsentation / einen Vortrag / eine Performance (okay, das vielleicht nun nicht) begleitet. Dieses Tool könnte auch ein Whiteboard sein, ein Flipchart, eine Kiste mit Spielfiguren, ein Origami, eine Handpuppensammlung oder irgendetwas anderes. Die Aussagekraft einer solchen Powerpoint-Datei ist nicht besonders hoch. Es sei denn, Sie legen noch das zugrundeliegende Konzept bei, in dem Sie erklären, was Sie erreichen wollten, wer Ihre Zielgruppe war, wie viel Zeit Sie für die Präsentation hatten etc.

Wenn in der Bewerbungsphase, irgendwann, im Erst- oder Zweit- oder Drittgespräch, von Ihrem künftigen Arbeitgeber eine Aufgabe gestellt wird, die heißt: „Halten Sie eine Präsentation und nutzen Sie dafür die Software Powerpoint“, dann machen Sie das natürlich. (Wobei die Wahl des Tools freigestellt sein sollte, aber das ist ein anderes Thema.)

Wenn Sie Ihren Lebenslauf in Powerpoint grafisch aufbereiten möchten und das auch können, dann spricht ebenfalls nichts dagegen, das zu tun – es empfiehlt sich aber trotzdem, die Datei als pdf zu verschicken (Sie merken, ich wiederhole mich).

Kurz und knapp: mir persönlich ist es egal, welches Tool jemand nimmt, um damit seine Unterlagen zu erstellen. Inhalt und Aussage zählen.

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Bewerbungstipp (39): die dritte Seite

Die berühmte dritte Seite, das Sahnehäubchen einer jeden Bewerbung. Oder eher die berüchtigte dritte Seite, die im Grunde niemand lesen möchte und die die Bewerbung nur unnötig aufbläht?

Auch hier gibt es aus meiner Sicht keine Vorgehensweise, die zu jeder Bewerbungssituation passt. Aber bevor Sie sich hinsetzen und zusätzlich zum Lebenslauf noch weitere Dokumente verfassen, überlegen Sie sich genau, was Sie damit sagen wollen, und ob das, was Sie sagen wollen, eine Ergänzung oder eine Wiederholung ist.

Machen Sie nicht den Fehler, den ich vor Jahren machte, als ich mich an einer dritten Seite abmühte anhand einer Vorlage, die ich in einem Bewerbungsratgeber gefunden hatte (ja, auch ich war mal jung und las alle möglichen Bücher, von denen ich heute nichts mehr wissen möchte bzw. von denen ich manchmal sogar abrate) und mir Worte und Sätze aus den Fingern sog, die nicht meine waren. Einen Job hat mir das übrigens auch nicht verschafft, aber das nur am Rande.
Wenn Sie also eine dritte Seite schreiben wollen, dann tun Sie das in Ihrem eigenen Stil. Schreiben Sie so, wie Sie sind, und nicht so, wie Sie denken, dass Sie vielleicht sein sollten, um die Stelle zu bekommen. Es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass diese dritte Seite gar nicht erst gelesen wird.

Wofür eignet sie sich denn nun überhaupt, diese dritte Seite?

Sie können, um Ihren Lebenslauf nicht zu lang werden zu lassen, auf dieser zusätzlichen Seite z.B. Informationen zu Projekten geben. Oder zu Kompetenzen, die Sie erworben haben und die Sie im Lebenslauf oder Anschreiben nicht unterbringen können oder wollen. Was Sie nicht tun sollten, ist, Ihren Lebenslauf noch einmal in Romanform zu wiederholen oder ein zweites Anschreiben zu formulieren. Die Zeit können Sie sich auf jeden Fall sparen.

 

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