Freitagsgedanke: was ist die Alternative?

Mein Blog wird seit dem zweiten Jahr seines Bestehens regelmäßig mit Suchbegriffen wie „Ich habe Angst, mich zu bewerben“ gefunden. Ich versuche beim Schreiben durchaus, Informationen und den ein oder anderen persönlich gefärbten Ratschlag zu geben, um dieser Angst etwas entgegenzustellen. Und ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass das mit dem Bewerben längst nicht so kompliziert sein muss, wie uns von manchen Beratern, Journalisten und Buchautoren glauben gemacht wird.

Aber zurück zum Unbehagen bei der Bewerbung. Da frage ich mich: was ist die Alternative? Oder anders gefragt, worauf bezieht sich das Unbehagen, die Angst konkret?

Dass man nicht so recht weiß, wie man seinen Lebenslauf gestalten soll?
Dass man ungern Briefe schreibt und folglich vor dem Anschreiben am liebsten davonlaufen möchte?
Dass man vor einem Gespräch furchtbar nervös ist? Und während des Gesprächs erst recht?
Dass man keine Ahnung hat, wo man passende Stellen finden kann?
Dass man schon lange sucht und allmählich kein Zutrauen mehr zu sich selbst hat?

Und das sind nur einige Punkte, die man in Bezug auf Bewerbungssorgen näher beleuchten könnte.

Zurück zu den Alternativen.

Wenn ich mich nicht bewerbe, dann…
… brauche ich kein Anschreiben zu dichten.
… ist es egal, ob ich den Lebenslauf chronologisch, amerikanisch oder graphisch aufbereite.
… stellt mir niemand komische Fragen.
… muss ich nicht das Internet und die Tageszeitung und Fachmagazine durchstöbern auf der Suche nach einer interessanten Ausschreibung.
… bleibe ich in dem Job, den ich habe.
… bleibe ich ohne den Job, den ich möchte.

Wie Sie es drehen und wenden, so ganz ohne die Beschäftigung mit dem Unwohlsein geht es nicht ab, wenn ich an meiner beruflichen Situation etwas ändern möchte. Denn auch, wenn Sie am liebsten einfach von einem Headhunter angesprochen werden möchten oder wenn Ihnen jemand aus Ihrem Netzwerk eine spannende Stelle vorstellen soll, müssen Sie vorher etwas dafür getan haben, dass man Sie findet. Vielleicht fällt Ihnen das auch leichter als die „klassische“ Bewerbung. Das ist auch völlig in Ordnung.

Machen Sie das, was zu Ihnen passt, aber geben Sie nicht auf, wenn es mal ein bisserl zwickt. Ein in diesem Zusammenhang lesenswertes Buch ist „Feel the fear and do it anyway“ von Susan Jeffers. Eine deutsche Übersetzung gibt es auch, ich habe allerdings nur die englische Fassung gelesen – und für so manche Situation, vor der ich mich gerne drücke, hilfreiche Impulse bekommen.

Viel Erfolg auf Ihrem Weg, und wenn Sie mögen, schreiben Sie mir, was Ihnen zu meinen Freitagsgedanken so durch den Kopf geht.

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Eingeordnet unter Bewerbung, Klartext, Meinung, recruiting

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