Personalmanagementkongress 2015 – 6. und letzter Teil

Heute komme ich zum Ende meiner kleinen Serie über den diesjährigen Personalmanagementkongress.

Zwei sehr unterschiedliche, aber unglaublich inspirierende Menschen und Vorträge erlebte ich am Freitagnachmittag.

Einer war Uli Borowka – die Fußballinteressierten unter meinen Leserinnen und Lesern dürften ihn kennen. Er berichtete offen, unverblümt und humorvoll über seine Zeit als Profifußballer und Alkoholiker. Was das mit Personalmanagement zu tun hat? Mehr, als man denkt. Schätzungen zufolge haben sechs bis acht Millionen Menschen in Deutschland ein Suchtproblem, sei das nun Alkohol, Medikamente, (Gewinn-)Spiel oder anderes. Die Wahrscheinlichkeit, dass es unter den Mitarbeitern, die man als Personaler betreut, Suchtkranke gibt, ist recht hoch.

Aber nicht nur als Personaler, sondern in erster Linie als Mensch sind wir gefragt, wenn es darum geht, Betroffene zu unterstützen. Prävention beginnt dabei schon im Kleinen, und an Orten, die viele kennen. Als Beispiel wurden Vereine genannt – wo häufig der Einstieg in eine Alkoholiker“karriere“ beginnt. Ob im Sportverein oder in der Blaskapelle, wer kennt es nicht, dass ganz selbstverständlich Alkohol konsumiert wird, und das nicht selten in großen Mengen. Als Erwachsene sind wir Vorbild, und dürfen und sollen zeigen, dass man nein sagen kann und dass man nach dem Training auch einfach Wasser oder Saft trinken kann.

Ein Satz hat mich besonders nachdenklich gemacht. Sinngemäß sagte Herr Borowka: Alkoholkrankheit ist in der Gesellschaft als Krankheit durchaus anerkannt. Aber wenn du tatsächlich sagst, dass du alkoholkrank bist, ist es Mist.

Von verschiedenen Krankenkassen gibt es Angebote zum Thema Sucht am Arbeitsplatz. Eine gute Übersicht findet man hier: http://www.sucht-am-arbeitsplatz.de/
Neben der Notwendigkeit, sich fachlich zum Thema zu informieren, ist die grundsätzliche Bereitschaft, hinzuschauen und sich dem Betroffenen von Mensch zu Mensch zuzuwenden, unabdingbar.
Mehr zu Uli Borowka und seiner Arbeit gibt es hier: http://uli-borowka.de/

 

Die Abschlusskeynote der beiden für mich sehr intensiven Kongresstage kam von Ranga Yogeshwar. Auch er sprach über Zukunft, Digitalisierung und Innovation und sparte dabei nicht mit spannenden und auch lustigen Beispielen aus seinem eigenen Leben.

Ein paar Eckpunkte des lebhaften und anregenden Vortrags:

  • Innovation braucht Transparenz.
  • Wir brauchen keine „Bullshit-Innovationen“, die von einer weißen männlichen Minderheit für eine weiße männliche Minderheit entwickelt werden.
  • Gestaltungshaltung statt Konsumentenhaltung und die Bereitschaft zu teilen wird uns zukunftsfähig machen.

 

Alles in allem hat sich der Besuch des Kongresses für mich wieder vollauf gelohnt. Ich habe viele alte Bekannte wiedergesehen, ich habe bereichernde Gespräche geführt, ich habe neue Bekanntschaften geschlossen, ich habe Ideen bekommen, und ich hatte jede Menge Spaß.

Auf ein Neues im nächsten Jahr!

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Eingeordnet unter Klartext, Personalarbeit

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