Personalmanagementkongress 2015 (Teil 3)

„Recruiting im Reich der Mitte und was wir daraus lernen können“ war der Titel des Vortrags von Robindro Ullah, der gewohnt frisch und hervorragend vorbereitet von seinen Recruitingerfahrungen für Voith in China berichtete.

Während hier noch ziemlich verhalten über die 1-Click-Bewerbung gesprochen wird und die wenigsten sich damit anfreunden können, ist das in China bereits Standard. Im Grunde jeder hat ein Mobiltelefon und hinterlegt seinen CV auf der marktführenden Jobplattform. Der Markt tickt schnell, und Anschreiben sind unüblich. Um nicht von Bewerbungen erschlagen zu werden, muss der Jobtitel für die Anzeige extrem aussagekräftig sein.

Die Jobbörsen in China sind bunt. Sehr bunt. Animationen gehören dazu. Für unsere Augen wirkt das oft überladen und kitschig, aber mit den klassischen, ruhigen, seriös anmutenden Anzeigen, die wir hier gewöhnt sind, käme man in China nicht weit. Und mit Emoticons, wie sie hier langsam „en vogue“ werden, gibt man sich auch nicht ab. Es müssen schon Sticker sein. Damit lässt sich tatsächlich Employer Branding betreiben, wenn die Sticker etwas mit dem Unternehmen zu tun haben. Robindro Ullah präsentierte uns Xiao Fu, das Maskottchen oder vielmehr die Hauptperson der Voith-Kampagne, und bei dem ein oder anderen im Publikum schien ein „Das will ich auch haben!“-Gefühl aufzukommen.

Wo unsere klassischen Bewerbungsprozesse, auch bei mobiler Bewerbung, in China nicht funktionieren, ist beim Recruiting von Facharbeitern. Denn unsere Bewerbungsmanagementsysteme erwarten die Eingabe einer E-Mail-Adresse. In China haben jedoch viele Menschen nur ihre Telefonnummer – und auch Onlinebanking o.ä. funktioniert ganz schlicht mit der Telefonnummer. Dafür muss man eine Lösung finden, wenn man nicht ein eigenes System nur für China im Unternehmen nutzen möchte.

Ich habe von diesem Vortrag viel gelernt und werde bei Gelegenheit meine chinesische HR-Kollegin nach ihren Lieblingsstickern fragen.

 

Der Kongresstag wurde abgerundet durch die Keynote von Sascha Lobo, der über Arbeit, Datenströme, „Echtzeit-Leiharbeit“ und „Datenbegeisterung“ sprach. Das Fazit: Unternehmen werden es sich in Zukunft noch weniger leisten können als heute, an Datenströmen „vorbeizuwirtschaften“ und Personaler tun gut daran, sich mit dem Thema Big Data zu befassen und sich eine solide Wissensgrundlage zu schaffen.

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Eingeordnet unter Personalarbeit, recruiting

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