Einfach abgefahren

Es ist Messezeit in Hannover. Die IAA Nutzfahrzeuge hat ihre Tore geöffnet und zieht wie alle zwei Jahre die Asphaltcowboys ebenso an wie Ingenieure, Mechaniker und Ersatzteilverkäufer. Als Freizeittruckerin, Lasterschrauberin und Technikmagazinleserin beobachte ich „die Szene“ schon seit langem und wenn es die Zeit erlaubt, schaue ich auch mal in Hannover vorbei.

Was hat das nun mit HR zu tun, meinem Blogthema hier?

Deutschland braucht Berufskraftfahrer_innen, das hört und liest man allenthalben, und so haben sich der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.,
die Straßenverkehrsgenossenschaften (SVG) und die KRAVAG-Versicherungen zu einer Initiave zusammengeschlossen, die jungen Menschen diesen Beruf schmackhaft machen möchte, mit einem neuen Internetauftritt mit dem aktivierenden Titel „Mach Was Abgefahrenes!“ (http://www.mach-was-abgefahrenes.de/start/)

Was die Zielgruppe zu der Seite sagt, vermag ich, da ich nicht die Zielgruppe bin, auch wenn auf der Seite auch Quereinsteiger angesprochen werden, nicht so recht zu sagen.

Eines jedoch ist mir aufgefallen: die Seite soll für den Job als Berufskraftfahrer werben, und liefert dazu „Gute Gründe für deinen Einstieg“. Dass man in der Logistikbranche noch einige andere spannende Jobs machen kann, verschweigt die Seite nicht, und das ist grundsätzlich auch gut so.
Aber was am intensivsten gesucht wird, sind nun einmal Fahrerinnen und Fahrer, und auf diese hätte ich mich konzentriert.
Dass auf der Startseite unter den „guten Gründen“ die Aussage „Starke Alternativen. Jede Menge Ausbildungsberufe in der Branche“ hochpoppt (oder vielmehr, von der Seite hereinrutscht), hilft für die Gewinnung von Fahrern möglicherweise nicht unbedingt.

Mobil ist die Seite erreichbar, aber mobil optimiert ist wohl etwas anderes.
Und das mit der Vielfalt üben wir auch nochmal. Tatsächlich eines von 8 Fotos auf der Seite zeigt eine Frau – wenn auch nicht am Steuer. (Ja, ich weiß, dass Frauen in dem Beruf bislang selten sind. Müsste nicht so bleiben. Aber dann darf man das auch deutlicher machen, finde ich.)

Dass die Spedition Schuldes, deren Fahrer mir bei Weiterbildungen schon sehr positiv aufgefallen sind, und die sich sehr für Aus- und Weiterbildung engagiert, ihre Ausbildungsplätze auf der Seite bewirbt, wundert mich wenig und freut mich trotzdem.

Wenn Fahrer und Fahrerinnen so gesucht sind, dann sollte die Karte mit den Ausbildungsmöglichkeiten jedenfalls mehr blaue Punkte bekommen. Aber vielleicht wird das ja noch. Ebenfalls die Sache mit den Frauen am Steuer 😉

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Eingeordnet unter Bewerbung, Meinung, recruiting

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