Hilfreiche Kategorisierungen

Das Schubladendenken ist ja verpönt, also, zumindest offiziell. Denn wir behandeln selbstverständlich alle Bewerberinnen und Bewerber, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleich und jeder kommt zu seinem Recht und von Schubladen und Kategorisierungen halten wir nichts.
Oder doch?
Schubladen gibt es im HR-Umfeld eine Menge, spontan fällt mir da die Generation Y ein (eine sehr große Schublade), oder auch die Best Ager (die Mitarbeiter 50+), die in MINT-Fächern zu fördernden Frauen, die fehlersuchenden Autisten, die telefonierenden Blinden, die Männer-in-Grundschulen-und-Kindergärten… um nur einige zu nennen.

Unser Gehirn mag Schubladen und Kategorien, um die Welt zu begreifen und zu sortieren, und so lange wir darin nicht steckenbleiben, sind Schubladen nicht nur verkehrt.

Ich habe bei einem PE-Frühstück der Kommunikations-Kolleg AG (http://www.kkag.com/) eine Kategorisierungsmöglichkeit für den internen Weiterbildungs- und Schulungsbedarf kennengelernt, die mir sehr gut gefallen hat, weil die vier Kategorien recht durchlässig sind und weil Mitarbeiter in einzelnen Bereichen unterschiedlichen Kategorien zugeordnet werden können. Jemand, der neu im Unternehmen ist, ist vielleicht Anfänger in einem Bereich, dafür aber Experte in einem anderen. So können verschiedene Trainingsbausteine entwickelt und eingesetzt werden, je nach Bedarf und Kenntnisstand der Mitarbeiter.

Die Kategorien:

  • Novize: ist neu im Job bzw. in der Aufgabe und benötigt grundlegende Schulungen
  • Kompetent: erledigt Aufgaben sicher, kennt sich in grundlegenden Themen aus
  • Erfahren: erbringt Leistung auch in bisher unbekannten Situationen, erweiterte Kenntnisse
  • Experte: kann andere trainieren und entwickelt eigenständig Lösungen und neue Ideen

 
Die Übergänge zwischen den einzelnen Kategorien sind fließend, und vor allem gefällt mir an diesem Ansatz, dass die individuellen Voraussetzungen jedes Mitarbeiters abgebildet werden können.

Wie weit man es mit der Individualisierung treiben möchte, das muss man sich (individuell) überlegen – und diese Überlegungen regelmäßig auf den Prüfstand stellen. Oder die Schubladen mal ausleeren und in der Kommode einen Frühjahrsputz machen.

In diesem Sinne, frohes Kategorisieren, Umverteilen und Nachdenken!

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Eingeordnet unter Klartext, Weiterbildung

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