Bewerbungstipp (29): das Alter (oder auch die Jugend)

Dienstag ist Bewerbungstipp-Tag.
Da sich Suchbegriffe wie „Bewerben im Alter“ und „Wie sage ich, dass ich nicht jung bin“ in letzter Zeit häufen, möchte ich heute kurz und knackig auf diese Frage eingehen.

Ich habe vor vielen Dienstagen schon einmal thematisiert, dass eine Bewerbung verschiedene Bestandteile hat, von denen sich manche beeinflussen und anpassen lassen, andere wiederum nicht. Wer nachlesen möchte:
https://andreahartenfeller.wordpress.com/2013/04/30/bewerbungstipp-3/

Das eigene Alter verändert sich zwar im Laufe der Jahre, gehört aber zu den Bestandteilen einer Bewerbung, die nicht verändert werden können. Ich bin nun mal 40 (oder 28, oder 53, oder 62) und bleibe das bis zu meinem nächsten Geburtstag.

Was also tun, um das Alter bei der Bewerbung nicht in den Vordergrund zu stellen? Das Wichtigste aus meiner Sicht ist, sich nicht dafür zu entschuldigen. Schreiben Sie nicht: „Ich bin zwar schon 53, aber im Kopf jung geblieben“ oder „Ich bin leider erst 28, aber habe schon viel erlebt“. Sie müssen sich und Ihr Alter nicht verstecken, aber Sie brauchen auch nicht gesondert darauf hinzuweisen. Sie könnten zum Beispiel der anglo-amerikanischen Tradition folgen und weder Alter noch Geburtsort noch Nationalität noch Familienstand in der Bewerbung erwähnen.
Natürlich sieht der Bewerbungsempfänger an Ihren 20, 25 oder 30 Berufsjahren, dass Sie kein Teenager mehr sind, aber wie schon gesagt, Sie können Ihr Alter nicht verändern oder die Zeit zurückdrehen.

Konzentrieren Sie sich in Ihrer Bewerbung auf Ihre Erfahrungen und Stärken, auf Ihre Fachkenntnisse und darauf, wo die Parallelen zur Ausschreibung sind. Wenn jemand Sie nicht einladen möchte, weil Sie „zu alt“ sind, ist es auch nicht das richtige Unternehmen für Sie. Ich weiß, ich weiß, das klingt abgedroschen und hilft einem nach der 12. Absage auch nicht großartig weiter, aber was ist die Alternative?

Eine Bewerbung kann immer eine Herausforderung sein, sowohl mit vielen als auch mit wenigen Berufsjahren. Die Fragen und Probleme unterscheiden sich gar nicht so sehr voneinander. Als ich im Career Center der Frankfurter Uni tätig war, hörte ich oft, wie schwierig es sei, als Berufseinsteiger Fuß zu fassen, und dass es so viele Vorurteile seitens der Arbeitgeber gäbe. Heute schreiben Berufserfahrene z.B. in der von mir mitmoderierten Xing-Gruppe „Bewerbung & Recruiting“ davon, wie schwierig es sei, sich zu bewerben, und dass es so viele Vorurteile seitens der Arbeitgeber gäbe.

Es gibt Dinge, die sich ändern lassen. Wie Sie Ihre Bewerbung formulieren, worauf Sie sich im Anschreiben fokussieren, wie Sie Ihren Lebenslauf oder Ihre Projektliste formatieren, das können Sie für jede Bewerbung neu entscheiden. Stecken Sie Ihre Zeit und Energie in diese Dinge, und nehmen Sie Ihr Alter als Selbstverständlichkeit, die Sie nicht weiter betonen.

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Eingeordnet unter Bewerbung, Bewerbungstipp, Meinung, recruiting

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