Personaler müssen…

Im Rahmen der Reihe „Suchbegriffe, mit denen mein Blog gefunden wurde“, heute mal ein kleiner Exkurs in die Welt der Suchmaschinen.

Wenn ich dort eingebe
„Personaler müssen“
dann finde ich Treffer wie

  • „Personaler müssen aufwachen“
  • „Personaler müssen sich positionieren“
  • „Personaler müssen mutiger sein“
  • „Personaler müssen sich öffnen“
  • „Personaler müssen Verkäufer werden“
  • „Personaler müssen Treiber sein“

und was Personaler sollen, dazu gibt es auch eine Menge Vorschläge, z.B.

  • „Personaler sollen mithelfen“
  • „Personaler sollen managen“
  • „Personaler sollen lernen“
  • „Personaler sollen agieren“

 Vor lauter Müssen und Sollen könnte einem glatt schwindlig werden.

Warum ich überhaupt suchte, war, weil jemand mit der Aussage
„Personaler müssen nett sein“
auf mein Blog stieß.

Hui.

Müssen Personaler nett sein? Und wenn ja, wann, zu wem, wie sehr? Was ist das überhaupt, nett sein? Wie würde sich das im Arbeitsalltag zeigen? Bin ich nett?
Immerhin schreibe ich hier regelmäßig davon, dass ich Menschen (Bewerber, Mitarbeiter, Blogbesucher) nicht absichtlich ärgern möchte und dass ich auch nur selten beiße, aber ist das nett?
Ist nett sein eine Qualifikation, die man überprüfen kann und sollte?

Fragen über Fragen. Ich habe auch keine simple Antwort darauf.
Zur Zusammenarbeit im Unternehmen, egal in welcher Rolle, gehört für mich, dass man sich gegenseitig mit Respekt und Wertschätzung begegnet und seine Aufgaben so gut und so professionell erledigt, wie man es kann. Dass man nebenbei ein netter Mensch ist, macht die Sache manchmal sicher leichter, kann aber nicht verordnet werden. Allein deshalb nicht, weil das „Nett sein“ von jedem individuell interpretiert wird.

Ob also der/die Suchende im Blog fand, was er/sie sich erhofft hat und ob ich den Nettigkeitskriterien gerecht werde, weiß ich nicht.

Dass Personaler, gerade wenn sie Absagen auf Bewerbungen schicken oder eine Abmahnung schreiben oder kritisches Feedback geben, in diesem Moment nicht als nett empfunden werden, ist verständlich. Der Arbeitsalltag hält nicht nur angenehme Aufgaben bereit, und sicher wäre so manche Kollegin und mancher Kollege lieber „nett“, als unbequeme Dinge ansprechen zu müssen, aber wer sich für den Personalerjob entscheidet, tut gut daran, die Welt so bunt zu sehen, wie sie ist, und die Schwarz-Weiß-Brille zuhause zu lassen.

Und sich vor allem nicht von zu vielen Suchergebnissen verwirren zu lassen, die uns sagen, was wir sollen oder müssen.

In diesem Sinne wünsche ich einen netten Tag!

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