Montagsblues

Montagmorgens die Statusmeldungen z.B. bei Twitter zu lesen ist wirklich interessant. Der Montag ist der Tag der Woche, der es mit am schwersten hat. Der Wecker klingelt zu früh, der Kaffee muss mühevoll selbst gekocht werden, es ist zu wenig Nutella für die Brötchen da, für Mett ist es zu früh (oder zu warm oder zu kalt), das Einhorn möchte im Bett bleiben und kuscheln, kurz, der Montag ist ein schrecklicher Tag.

Eine nicht-repräsentative Auswertung meiner Timelines ergibt, dass es hauptsächlich Angestellte sind, von denen die Klagen kommen. Warum ist das so? Sind Freiberufler und Selbständige tatsächlich zufriedener, oder schreiben die einfach nicht, wenn sie keine Lust haben? Sind Angestellte tatsächlich mies drauf, oder gehört das Einstimmen in den Montagsblues einfach nur dazu?
Muss Arbeit immer Spaß machen, oder darf man auch mal mehr oder weniger lustlos an den Schreibtisch wandern?

Ich denke nicht, dass Arbeit immer Spaß machen muss. Selbst der beste Job oder das tollste Geschäftsmodell hat Facetten, die sich nicht mit dem decken, was jemand am liebsten tut. Wo Licht ist, ist auch Schatten, sagt der Volksmund, und fürs Arbeiten gilt das ebenso wie für die Gartenarbeit oder die Ölmalerei.

Wann also wäre es trotz allem an der Zeit, sich nach etwas Neuem umzusehen? Man könnte ja auch einfach die Zähne zusammenbeißen und zum schattenliebenden Farn werden oder zum Nachtbildermaler, wenn die Schattenzeiten die Mehrheit bekommen haben. Und dann gibt es noch diesen nagenden Zweifel, der verkündet, woanders sei es ja bestimmt auch nicht besser.

Zunächst ist eine Bestandsaufnahme hilfreich. Was stört mich an meiner aktuellen Situation? Sind es Dinge, die ich verändern kann, oder sind es Rahmenbedingungen, die vorgegeben sind und mit denen ich mich arrangieren müsste? Stören mich einzelne Menschen, und wenn ja, was genau stört mich an deren Verhalten? Da ich Menschen an sich nicht verändern kann, oder nur sehr schwer, bleibt die Frage, ob und inwieweit ich meinen Umgang mit diesen Menschen verändern kann. Haben andere die gleichen Probleme mit ihnen, oder hakt es hauptsächlich zwischen mir und der Person? Und wenn ja, lohnt es sich, mich darüber aufzuregen und Konflikte zu haben, oder gibt es vielleicht doch eine andere Lösung?
Mache ich meine Aufgaben gerne? Wenn nein, warum nicht (mehr)? Wenn nein, gibt es dennoch Aufgaben, die mir (noch) Spaß machen? Kann ich bezüglich der ungeliebten Themen etwas ändern?

Wenn ich wirklich meine, in einer Sackgasse zu sein, kann ein Jobwechsel hilfreich sein. Dass ich im Bewerbungsgespräch dann nicht über Kollegen, Vorgesetzte und das Unternehmen herziehe oder meinen Frust als Wechselgrund nenne, sollte sich von selbst verstehen. Mein Tipp: genau überlegen, was an der anderen Stelle / dem anderen Unternehmen / dem Standort so spannend ist, dass sich ein Wechsel frustfrei begründen lässt, und diese Begründung ruhig mal mit einem neutralen Gesprächspartner üben. Wie hört und fühlt es sich an? Denn solange der Wechselgrund nur einstudiert wirkt, bleibt ein Hindernis auf dem Weg zum neuen Job. Und zu viele Hindernisse sind anstrengend, vor allem, wenn sie weitgehend selbstgemacht sind.

In diesem Sinne wünsche ich einen fröhlichen, motivierten Wochenstart!

Advertisements

2 Kommentare

Eingeordnet unter Bewerbung, Klartext, Meinung

2 Antworten zu “Montagsblues

  1. Pingback: Montagsimpuls: ned g’schimpft is gnuch g’lobt? | AHa-Erlebnisse

  2. Pingback: Montagsimpuls: Angestelltenblues vs. Freelancerjubel | AHa-Erlebnisse

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s