Kaufen und lesen: das Frechmut-Buch

Die Zeit rennt. Es ist nun schon einige Wochen her, dass ich ein paar Leseempfehlungen ausgesprochen hatte (https://andreahartenfeller.wordpress.com/2014/03/12/aktuelle-leseempfehlungen/), und da ich angekündigt hatte, zu jedem Buch einen eigenen Beitrag zu schreiben, fange ich heute (endlich) damit an.

Wenn man auf der Suche nach Ideen und Impulsen für die Personalgewinnung ist, stößt man über kurz oder lang auf Jörg Buckmann, einen sympathischen und klugen Personaler und Blogger (http://blog.buckmanngewinnt.ch/) aus der Schweiz. Welche Vorurteile man auch immer über Schweizer und/oder Personaler haben mag, dass davon etwas auf Herrn Buckmann zutrifft, konnte ich noch nicht feststellen. Und als echter Profi lud er mich in einer Diskussion bei Xing auch prompt augenzwinkernd ein, mich bei der VBZ zu bewerben, nachdem ich erzählt hatte, dass ich als Kind mal Straßenbahnfahrerin werden wollte. Aber das nur am Rande.

Das Buch “Einstellungssache: Personalgewinnung mit Frechmut und Können: Frische Ideen für Personalmarketing und Employer Branding” ist von vorne bis hinten lesenswert. Der erste Teil des Buches befasst sich mit den fünf Essenzen von Frechmut (Frech, Mut, Leidenschaft, Ego, Tun) und stellt Menschen, ihre Geschichten und ihre Lieblingstipps zum Thema vor. Manches möchte man wohl gleich ausprobieren, anderes fühlt sich erst einmal ungewohnt und ungewöhnlich an, aber alles in allem nachdenkenswert.
Im zweiten Teil geht es dann um die Praxis, um das Können – denn Frechmut allein würde wohl auf reichlich tönernen Füßen stehen, gäbe es keine Ansätze, die Idee ins Unternehmen und zu den Bewerbern zu bringen.
Eine Reihe von bekannten Autoren haben an diesem Teil mitgeschrieben und berichten von eigenen Projekten, von den Möglichkeiten, die Blogs, Social Media und die unternehmenseigene Karrierewebsite bieten und zeigen eindrucksvoll, dass Frechmut kein Wolkenkuckucksheim ist, sondern tatsächlich im Recruitingalltag funktioniert und dabei nicht immer eine Menge an Ressourcen verschlingen muss. Auf die Haltung, die Einstellungssache kommt es an.

Im Grunde hat das Buch nur drei Schwachstellen:
– ich hätte mir mehr Text von Jörg Buckmann gewünscht.
– ich frage mich, wo die Autorinnen sich versteckt haben. Immerhin sind z.B. im BPM 53% der Mitglieder weiblich, und auch im Vorwort wird darauf Bezug genommen, dass die HR-Welt in vielen Unternehmen „in Frauenhand“ ist. Da ist es bei der hohen Qualität aller Beiträge im Buch doch schade, dass sich für 14 Kapitel zum Können nur eine Autorin gefunden hat.
– Peter Lustig gehört zu Löwenzahn (früher: Pusteblume) und nicht zur Sendung mit der Maus.

Selbst wenn man sich nicht ausschließlich mit Personalmarketing und Recruiting befasst, das Buch gehört auf jeden Personalerschreibtisch, ins Regal und natürlich erst einmal in die Hand.

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Eingeordnet unter Bücherschrank, Meinung, recruiting

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