Bewerbungstipp (22): was will ich?

„Ich möchte keine Trainee-Praktikanten-Firlefanz-Stelle!“ sagte vor ein paar Tagen im Zug eine junge Frau zu ihrer Begleiterin.
Leider kam direkt danach meine Haltestelle, so dass ich nicht weiß, was sie statt dessen machen möchte.

Vielen Menschen fällt es vergleichsweise leicht zu sagen, was sie nicht wollen. Am Anfang des Bewerbungsprozesses ist das auch hilfreich. Wenn ich sage: „Ich arbeite überall, egal in welchem Job“, dann gibt mir das in jeder x-beliebigen Jobbörse so viele Treffer, dass ich die nächsten Jahre damit beschäftigt wäre, mich zu bewerben. Und das kann kaum der Sinn der Sache sein. Deshalb ist es gut, wenn ich vorher überlege, was ich nicht möchte. Zum Beispiel keinen Job in Kiel, weil ich räumlich gebunden bin und nicht aus Konstanz wegziehen kann oder mag. Zum Beispiel keinen Job in der Branche X, weil ich damit nichts anfangen kann. Und so weiter.

Irgendwann kommt der Punkt, wo ich wissen sollte, was ich will. Denn was nur selten vorkommt, ist, dass mir mein künftiger Arbeitgeber einfach irgendeinen Job gibt, nur weil ich ein so netter oder toller Mensch bin, oder weil ich das Unternehmen so toll finde.

Überlegen Sie also im Rahmen Ihres Bewerbungsprozesses nicht nur, was Sie nicht wollen, sondern auch, was Sie wollen. Und behalten Sie das, was Sie wollen, nicht für sich, sondern machen es zu einem Teil Ihrer Bewerbung. Spätestens im Vorstellungsgespräch dürfte die Frage danach kommen.

Dass Sie nicht in der ersten Minute davon sprechen, dass Ihr Plan ist, dass Sie in fünf Jahren auf dem Stuhl Ihrer Chefin sitzen werden, sollte selbstverständlich sein, es sei denn, Sie sind einer der ganz wenigen Menschen, die diesen ausgelutschten Spruch so rüberbringen können, dass es ihnen zum Vorteil gereicht.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Bewerbung, Bewerbungstipp, Meinung, recruiting

Eine Antwort zu “Bewerbungstipp (22): was will ich?

  1. Max

    Sich im Vorfeld über den Arbeitgeber informieren und überlegen warum man genau diesen Job möchte, sollte eigentlich selbstverständlich sein.

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