Früh übt sich – Netzwerke für alle?

Vor einiger Zeit geisterte eine Meldung durchs Netz, dass LinkedIn künftig Nutzer ab 14 Jahren zulassen wolle.
Hier ist zu lesen, dass das ab heute passieren soll: http://linkedinsiders.wordpress.com/2013/08/19/linkedin-neue-zielgruppen-im-visir-ab-14/

Ich bin gespannt. Und ein bisserl zwiegespalten, was ich davon halten mag.

Wie war ich mit 14? Was interessierte mich? Klar, übers Berufsleben dachte ich mitunter schon nach. Hauptsächlich in eher „romantischen“ Kategorien, oder mit einem gewissen Größenwahn. So wollte ich zum Beispiel die erste Tierärztin für die Tragtiere der Bundeswehr in Mittenwald werden. Oder Stardirigentin. Oder Bestsellerautorin. Ernsthafte Gedanken machte ich mir mit 14 noch nicht. Als ich dann mit 16 die ersten Nebenjobs hatte, wurde mir so manches klarer, wie es in der Arbeitswelt sein könnte. Aber konkrete Pläne ergaben sich daraus auch nicht.

Ich weiß nicht recht, ob 14jährige heute anders sind. Wenn ich morgens mit den Schülerinnen und Schülern aus meinem Dorf im Bus unterwegs bin und ihren Gesprächen lausche, habe ich nicht den Eindruck, dass der „Ernst des Lebens“ eine große Rolle spielt. Wenn ich mit der Straßenbahn oder U-Bahn ins Büro fahre und Schülerinnen und Schülern zuhöre, sind Berufsthemen eher selten. Oder sie spielen sich in ähnlichen Traumwelten ab wie damals bei mir.

Es gibt sicher nachvollziehbare Gründe, schon früh einem Businessnetzwerk beizutreten. Wie man ein Netzwerk nutzt, was man dort macht und wie man Leute anspricht, werden sich die jungen Nutzer möglicherweise von den „alten Hasen“ abgucken wollen.
Leider werden sie dabei auch mit einer Menge heißer Luft konfrontiert werden. Weder bei Xing noch bei LinkedIn laden die Standardtexte zur Kontaktaufnahme dazu ein, sich angesprochen zu fühlen.
Kontakte-schaden-nur-dem-der-keine-hat, Wir-sollten-uns-unbedingt-vernetzen-weil-wir-alle-so-toll-sind, Ich-sehe-da-Synergien oder ähnliches Gefasel mag ich einfach nicht lesen. Weder von Erwachsenen noch von Jugendlichen.

Ich bin wirklich gespannt, wie es sich entwickelt. Ich lasse mich gerne kontaktieren und finde es nicht schlimm, wenn eine Anfrage ein wenig unbeholfen klingt, so lange klar wird, dass jemand ernsthaft interessiert ist, mich kennen zu lernen, und nicht nur Namen sammeln möchte.

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