Vorträge müssen nicht langweilig sein

Letzte Woche war ich in Berlin auf dem Personalmanagementkongress. Es war eine gute Veranstaltung, die mir viel Spaß gemacht hat. Ich werde darüber auch noch separat schreiben.

Es gab Präsentationen und Vorträge zu vielen unterschiedlichen Themen. So unterschiedlich wie die Themen waren auch die Menschen, die vorne standen und präsentierten.
Aber viele Präsentationen und Vorträge hatten eines gemeinsam: sie waren in den ersten zehn Minuten ziemlich langweilig und kamen erst dann allmählich in Fahrt. Schade nur, wenn die Gesamtzeit der Präsentation nur zwanzig Minuten beträgt.

Der Grund für die (gefühlte) Langeweile war jedes Mal gleich: jeder Vortragende stellte zunächst sein Unternehmen vor. Grundsätzlich nicht verkehrt. Aber die Zuhörer waren wegen der HR-Themen da, und bei einem solchen Fachpublikum darf die Unternehmensvorstellung gerne auf ein Minimum beschränkt werden.

Es gab ein paar Präsentationen, die von Beginn an kurzweilig waren. Ein paar einleitende Sätze zur eigenen Person und zum Arbeitgeber, und schon drin im Thema.

Niemand erwartet, dass alle Präsentationen und Vorträge perfekt, außergewöhnlich oder besonders mitreißend sind. Aber wenn ich bei der Vorbereitung doch weiß, dass meine Zuhörer Personaler sein werden, weil ich weiß, dass ich auf dem Personalmanagementkongress präsentiere, dann kann ich mich darauf einstellen und überlegen, was meine Zuhörer möglicherweise erwarten. Das ist überhaupt ein wichtiger Punkt bei der Vorbereitung einer Präsentation: wer sind (voraussichtlich) meine Zuhörer, warum kommen sie zu mir, was ist mein Thema, was könnte für meine Zuhörer interessant sein?

Die Themen an sich waren bei allen Vorträgen spannend, und ich fahre nicht zuletzt deshalb gerne nach Berlin zum Personalmanagementkongress, weil ich weiß, dass ich dort Impulse von Praktikern bekomme und mich mit Kolleginnen und Kollegen darüber austauschen kann.
Unternehmensinformationen kann ich mir im Nachgang immer noch besorgen, daher kann ich nur dazu ermuntern, Mut zur „Lücke“ (die im Grunde keine ist) zu haben und beim nächsten Vortrag für Personaler einfach nur zwei Sätze zum Unternehmen zu sagen statt zweihundert.

Denn das, was es zu HR-Themen zu sagen gibt, braucht sich nicht hinter bunten Marketingfolien zu verstecken, ganz im Gegenteil, die HR-Themen dürfen und sollen öfter im Vordergrund stehen. Nicht nur beim Präsentieren!

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Meinung, Präsentieren, Weiterbildung

2 Antworten zu “Vorträge müssen nicht langweilig sein

  1. Das Selbe gilt für Veranstaltungen insgesamt.
    So manche Konferenz ist für mich schon tot, wenn der Keynote-Speaker oder (meist noch schlimmer) der Veranstalter erst mal eine halbe Stunde lang Sponsoren und „wichtige“ Gäste aufzählt und sich einschleimt.
    Gerne passiert sowas bei Ausstellungseröffnungen oder Ähnlichem.
    Ich schlafe ein und werde manchmal erst zum Schluß wieder wach.

    • Andrea Ha.

      So lange du dabei nicht schnarchst… aber ich denke, ich weiß, was du meinst. Es ist nicht sehr schwer, eine gute Rede zu halten, aber es gibt doch ein paar Dinge dabei zu beachten. Vielleicht könnte man ja den Teil mit dem Dankeschön an diverse Menschen als Geschichte gestalten, dann wäre es weniger einschläfernd.

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