Bewerbungstipp (11): Netzwerken

Wer auf Stellensuche ist, bekommt oft den Rat, sein Netzwerk zu nutzen.
Ein guter Rat, sofern man ein Netzwerk hat.
Bekannte, Nachbarn, ehemalige Kollegen haben die meisten, und es kann sich lohnen, diesen Menschen zu erzählen, dass man eine neue Stelle sucht. Natürlich sollten Sie aufpassen, dass Ihr Nachbar nicht gerade der beste Freund Ihres Chefs ist und Ihr Ansinnen direkt weitergibt – wenngleich es Situationen geben kann, wo der eigene Chef oder die eigene Chefin vom Wechselwunsch weiß und wo das auch in Ordnung ist.

Auch Onlinenetzwerke wie LinkedIn oder Xing können hilfreich sein. Menschen ins eigene Netzwerk einzuladen geht dort mit wenigen Mausklicks. Meine Erfahrung ist, dass sich nicht alle Nutzer Gedanken machen, wen sie zu ihrem Netzwerk zählen wollen, und vor allem, wie sie das angehen.

Machen Sie’s besser! Wenn Sie jemanden noch nicht kennen, sich aber mit dieser Person verbinden wollen, weil diese bei Ihrem Traumarbeitgeber tätig ist, oder in Ihrer Traumbranche, dann geben Sie sich bei der Kontaktaufnahme ein wenig Mühe.
Schreiben Sie, warum Sie die Verbindung suchen. Nutzen Sie nicht einfach nur den Text, den Ihnen die Plattform vorgibt, sondern seien Sie Mensch. Erzählen Sie einfach, warum Sie Kontakt aufnehmen wollen. Nein sagen kann Ihr Gegenüber sowieso, aber je persönlicher Ihre Anfrage ist, umso größer ist die Chance, dass Sie kein Nein bekommen.

Mir ist es allemal lieber, jemand schreibt mich an und sagt: „Ich möchte gerne in die Branche einsteigen, in der Sie tätig sind, weiß aber nicht, wie ich das anstellen soll, und hoffe, Sie bestätigen meinen Kontakt und ich darf Ihnen ein paar Fragen stellen.“ als wenn die Nachricht einfach lautet: „Bitte treten Sie meinem Netzwerk bei.“ oder „Wir sind in der gleichen Gruppe, wir müssen uns verbinden.“

Seien Sie ruhig wählerisch. Sie müssen nicht mit jedem verbunden sein, und denken Sie immer daran, dass ein Netzwerk vom Geben und Nehmen lebt.

Ich werde das Thema bei Gelegenheit noch einmal aufgreifen und erweitern.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Bewerbung, Bewerbungstipp, Meinung, recruiting

2 Antworten zu “Bewerbungstipp (11): Netzwerken

  1. Ich finde es wichtig zu begreifen, daß ein Netzwerk mehr ist als eine Sammlung von Adressen.
    In meinem Adressbuch steht auch die Nummer vom ADAC oder von der Krankenkasse. Die gehören aber sicher nicht zu meinem Netzwerk.
    Genauso halte ich es für einen Fehler, ein Netzwerk nur auf (beruflichen) Nutzen auszurichten, bzw. zwischen beruflichen und privaten Netzwerken zu unterscheiden.
    Damit grenzt man unnötig Leute aus und begibt sich der Chance, daß sie einem weiter helfen.
    Außerdem muss man sich darüber klar sein, daß man keinen direkten ROI von seinem Netzwerk erwarten kann.
    Ich kann beim netzwerken nicht von einem „Wie du mir, so ich dir“ ausgehen.
    Oft ergeben sich Kontakte, Möglichkeiten zur Zusammenarbeit, oder Jobangebote nicht auf direktem Weg, sondern eben über 7 Ecken.
    Dafür fehlt vielen Leuten meiner Erfahrung nach das Verständnis.

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