Das Image von HR – oder: wenn sich die Katze in den Schwanz beißt

Eine aktuelle Studie zeigt es uns (mal wieder): Personaler werden im Unternehmen als gute, aber langweilige Adminprofis wahrgenommen. Wenn es um Strategie geht, traut man ihnen auch seitens der Geschäftsführung wenig zu, bzw. erlebt Personaler als eher unflexibel oder gar ideenlos.

Schaut man sich auf der anderen Seite die Diskussionen unter Personalern an, geht es genau umgekehrt, nämlich dass das Management ja gar nicht wisse, was sie an HR hätten, und dass HR auf die Adminrolle reduziert würde.

Ein klassischer Teufelskreis. Was war wohl zuerst da, die Henne oder das Ei? Personaler, die mehr wollen, aber nicht dürfen, oder Manager, die mehr erwarten, es aber nicht bekommen?
Ich weiß nicht, wann und wie das alles angefangen hat. Es ist im Grunde auch nicht so wichtig, denn gegenseitige Schuldzuweisungen mögen sich zwar für einige gut anfühlen, verbessern die Situation aber kaum.

Ab und zu höre ich auf HR-Veranstaltungen den Seufzer: „Ach, ich rede nicht so gern mit der Geschäftsführung, die verstehen uns Personaler ja nicht.“
Wenn ich möchte, dass mich jemand versteht, der meinen Dialekt oder Slang nicht kennt, und „Personalersprech“ ist meiner Meinung nach eine Art Slang, sollte ich ihm sprachlich entgegenkommen, so dass wir uns unterhalten können. Viele Personaler nehmen für sich in Anspruch, gute Kommunikatoren zu sein, und dazu gehört eben auch, dass ich auf unterschiedliche Weise kommunizieren, je nachdem, wer mein Gegenüber oder meine Zielgruppe ist. Ich denke nicht, dass Manager und Personaler sich gar nicht verstehen können. Es ist halt auch Übungssache. Und man sollte es regelmäßig tun, wie alles, was man irgendwann besser können möchte. Auch die Vorbereitung auf einen Marathonlauf beginnt nicht mit dem Schlussspurt, sondern mit dem Aufwärmen.

Wer als Personaler im Unternehmen mehr tun möchte als sich um die Personalakten, die Abrechnung oder das Zählen von Krankheitstagen zu kümmern, sollte nicht auf eine Einladung warten, sondern sich selbst einladen und fragen: weiß ich, welche Themen gerade in der Führungsebene diskutiert werden? Wenn nein, warum weiß ich das nicht? Mit wem könnte ich sprechen, um darüber mehr zu erfahren? Wenn ja, Welche Ideen habe ich dazu? Kennen die Geschäftsführer, Manager, Vorstände meine Ideen? Wenn ja, was sagen sie dazu? Wenn nein, warum sind die Ideen nicht bekannt? Und was kann ich tun, damit meine Ideen bekannt werden?

Das erfordert Tatkraft und Mut, und ist nicht immer ein Spaziergang, aber da es, wenn man der Studie glauben mag, doch einige Manager gibt, die aktiv mit HR arbeiten wollen, können wir Personaler diese Chance auch einfach nutzen, anstatt uns über die Studienergebnisse zu ärgern oder zu wundern. Und wer weiß, vielleicht sieht die nächste Studie schon anders aus, wenn genug HRler tätig werden. Ich freu mich drauf!

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Leadership, Meinung

Eine Antwort zu “Das Image von HR – oder: wenn sich die Katze in den Schwanz beißt

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