Das Anschreiben

Da erwähnte ich gestern die Phrasendrescherei im Anschreiben, und prompt kamen Fragen auf, wie man es denn besser machen könne. Danke für die Anregung, auf dieses Thema einzugehen!
Es gibt, das gleich vorweg, kein Patentrezept für _das_ Anschreiben, das immer gefällt, immer passt und sprachlich hochelegant daherkommt.

Es ist völlig in Ordnung, ein Anschreiben nicht aus dem Ärmel schütteln zu können. Da darf Zeit und Hirnschmalz hineinfließen, da darf korrigiert und verworfen und auch mal eine Nacht drüber geschlafen werden.

Niemand, außer man selbst, erwartet, dass ein ordentliches Anschreiben, ja, eine ordentliche Bewerbung, binnen Minuten entsteht. Deshalb, liebe Bewerbungsschreiberinnen und Bewerbungsschreiber, lasst den Perfektionismus stecken und schreibt einfach einen netten Brief.
Niemand, außer vielleicht einige ältere Bücher zum Thema, erwartet, dass ein Anschreiben klingt wie ein Brief einer Behörde.
Niemand erwartet, dass im Anschreiben der Lebenslauf nacherzählt wird oder der Anzeigentext wiederholt wird.

Was jedoch hilfreich und sehr wichtig ist: verbannen Sie den Fehlerteufel aus dem Anschreiben! Der Name des Unternehmens, der Name des Ansprechpartners, und, bitte nicht vergessen, der eigene Name sollten richtig geschrieben sein. Die Anrede sollte passen, das Datum ebenfalls, und natürlich die Positionsbezeichnung. Das klingt banal, aber spätestens seit ich eine Bewerbung von einem Herrn Meier (im Adressfeld) und einem Herrn Maier (im Unterschriftsfeld) an Frau Hallenbarter (das sollte ich sein) bekommen habe, kann ich das nicht oft genug wiederholen. Es sind Kleinigkeiten, die negativ auffallen können.

Meinen Lebenslauf, meinen Werdegang kann ich nicht ändern, der ist so, wie er nun mal ist. Aber ich kann dafür sorgen, dass formale Kriterien mir eben kein Bein stellen, so wie es dem Herrn Me(a)ier passiert ist. Ich habe ihn übrigens trotzdem zum Gespräch eingeladen, weil seine Erfahrung genau passte. Nicht jeder, der über Formalien stolpert, ist gleich raus aus dem Rennen, aber darauf kann und sollte man sich nicht verlassen.
Trotzdem: das Anschreiben darf und soll so klingen, als wäre es von einer Person verfasst. Nicht von einer Maschine, nicht von einem Buchautor, nicht von einem Zufallstextgenerator.
Mensch sein und bleiben, auch im Anschreiben!

Apropos Mensch, da jongliert man Termine und schreibt sich auch das ein oder andere Mal etwas auf, doch wenn es dann dazu kommt, dass man sich erinnern müsste, tut man es natürlich nicht. Und so werde ich leider nicht im Februar nach Berlin fahren können, um beim HR Barcamp dabei zu sein, weil ich, wie gestern erwähnt, just zu dieser Zeit beim BPM zum Coaching Day bin. So ist das Leben – vielleicht schreibe ich mir ja nächstes Jahr die geplanten Termine auf einen Zettel, dann bleibt der Überblick besser erhalten. Trotzdem wünsche ich allen, die zum HR Barcamp fahren, jetzt schon eine tolle Zeit, und mir wünsche ich, dass eine gute Gruppe für den Coaching Day zusammenkommt.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Bewerbung, Meinung, recruiting

Eine Antwort zu “Das Anschreiben

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