Heiter in der Wolke?

Immer wieder ziehen Wolken heran, nicht nur beim Blick aus dem Fenster. Mal ist es die „Cloud“, in der wir alles speichern können, mal ist es eine Wolke, die nur so klingt, aber anders geschrieben wird, nämlich Klout (http://www.klout.com).

Was haben nun diese Wolken mit dem Thema Personal zu tun? Aus den USA schwappten Meldungen, dass der Klout Score im Bewerbungsprozess wichtig sei. Dann nahm sich die ZEIT des Themas an: http://www.zeit.de/2012/37/C-Aufmacher-Klout-Score und sprach vom „gläsernen Bewerber“. Das ist nun schon wieder ein paar Wochen her, und mit gerade mal 26 Kommentaren scheint der Artikel nicht zu denen zu gehören, die heiß diskutiert werden. Dennoch, egal ob bei Workshops, Fortbildungen, Netzwerktreffen oder auch im Netz z.B. bei Xing, unter Personalern geistert Klout vermehrt durch die Gespräche. Häufig gepaart mit Skepsis bis hin zu völliger Ahnungslosigkeit. Kein Wunder, denn wer nicht sehr aktiv ist im Web 2.0, bei Facebook, Twitter, Google+ etc., dem begegnet Klout mit seinen Scores im täglichen Leben (noch) nicht.

Eine interessante Zusammenfassung inkl. der Darstellung eigener Erfahrungen mit dem Score liefert Dr. Nico Rose: http://tinyurl.com/bxb3kvh

Zu Recht stellt er dabei die Frage, ob der Klout Score wichtig sei oder ob es doch nur darum gehe, wer den längsten, oder vielmehr, den höchsten habe.

Mike Schnoor findet diesbezüglich deutliche Worte: „Klout ist lächerlich.“ (http://mikeschnoor.com/2012/11/12/klout-als-einstellungskriterium-im-personalwesen-lieber-finger-weg-von-diesem-indexwert/)

Er erklärt das ausführlich, und sehr lesenswert, wie ich finde.

Der von mir sehr geschätzte Marketing- und Social-Media-Profi Þórarinn Hjálmarsson (http://www.twitter.com/thorarinnh) nannte den Klout Score augenzwinkernd „Zahlenmist, dem nur Social Media Gurus großen Wert beimessen“.

Wie ist das denn nun mit diesem Score, sagt er etwas, sagt er nichts, ist er wichtig, ist er es nicht? Die typische Personalerantwort, die hier aber schön passt, ist: es kommt darauf an. Eine Zahl, und nichts anderes ist der Score im ersten Moment, kann alles sagen, oder auch nichts. Eine Zahl kann interpretiert werden, sowohl positiv als auch negativ. Zahlen können bei der Personalauswahl durchaus benutzt werden: Schul- und/oder Abschlussnoten, x-tausend Euro Gehaltsvorstellung, x Jahre bei Arbeitgeber y etc. Allein dass es sich beim Klout Score um eine Zahl handelt, macht den Score nicht per se ungeeignet in der Personalauswahl. Die Frage nach der Aussagekraft darf und muss sich jedoch stellen. Sagt ein hoher (persönlicher) Klout Score tatsächlich aus, dass jemand für eine Position geeignet ist, bei der es um Unternehmenskommunikation im Web 2.0 geht? Sagt ein hoher Score etwas über die Qualität der Interaktion? Sagt ein niedriger (persönlicher) Klout Score, dass der Mensch nicht wusste, wie man den Score erhöht, dass er selten privat online ist, dass es ihm am End sogar wurscht ist?

Was ich wesentlich interessanter finde, wenn ich mit Menschen spreche, die sich als Social-Media-Experten oder Profis sehen (und es mitunter tatsächlich sind), ist, wie sie an das Thema Kommunikation im Netz herangehen, was ihre Strategien sind, welche Herangehensweise sie Neulingen oder alten Hasen empfehlen würden, und warum. Das herauszufinden kostet natürlich mehr Zeit als einfach nur einen Score anzuschauen. Diese Zeit würde ich mir jedoch nehmen wollen, da für mich eine Zahl allein zu wenig bedeutet.

Mein persönlicher Klout Score, der sich nur auf meiner Aktivitäten bei Twitter bezieht, weil ich keine weiteren (sozialen) Netzwerke damit verlinkt habe, beträgt zum Zeitpunkt dieses Beitrags 42 Punkte.

Ob und was das über mich aussagt, möge jede Leserin und jeder Leser für sich selbst entscheiden. Ebenso, wie jeder Personalsuchende entscheiden muss, welche Kriterien für die Auswahl herangezogen werden.

Ein Sprichwort sagt: „Nicht alle Wolken regnen“. Das heißt für mich, dass ich Klout und die Scores nicht überbewerten werde, dass ich aber weiter interessiert beobachten werde, wohin die Reise für diese und andere Wolken geht. Und dann gilt für mich auch: nicht irre machen lassen von Scores, nicht von Hurrarufern und auch nicht von Bedenkenträgern.

 

P.S.: Wer Zahlen mag, findet hier spannenden Lesestoff zu einer Umfrage und deren Auswertung: http://sinaswelt.com/2012/09/klout-umfrage-Ergebnisse/

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s