Jahrestagung Personal in Frankfurt

Ich mag Konferenzen. Ich mag es, mich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen, neue Impulse zu bekommen und über den eigenen Tellerrand zu schauen.

Deshalb habe ich auch nicht zu lange nachgedacht, als die Einladung zur „4. Jahrestagung Personal“ in Frankfurt kam, und habe mich angemeldet. Zwei Themen waren es vor allem, die mich ansprachen: Talent Management und Gesundheitsmanagement. Ein weiteres Thema auf der Ankündigung war die Zukunft der Arbeit.

Das Eröffnungsplenum war durchwachsen, aber ich habe dennoch ein paar Gedanken mitgenommen, z.B. dass je nach Interpretation des Wortes Kraft von Führungskraft oder Führungsperson gesprochen wird. Wenn Kraft = Gewalt oder Zwang, dann geht die Tendenz wohl eher zur Führungsperson, wenn Kraft = Energie, dann eben tatsächlich Führungskraft. Ich denke, Führung hat viele Facetten. Führung braucht Energie, Führung braucht Klarheit und Konsequenz, und gute Führung hängt meiner Meinung nach nicht davon ab, welchen Begriff ich für den- oder diejenige verwende, der/die führt.

Ein sehr gutes Forum habe ich zum Thema Digitale Netzwerke und Active Recruiting besucht. Es hatte eine ausgewogene Mischung aus Fachinformation und Werbung – das gehört ja irgendwie dazu, dass die beteiligten Dienstleister und Anbieter ihre Leistungen und Produkte auch vorstellen wollen. Wenn es gut gemacht ist, ist es tatsächlich eine gute Werbemöglichkeit. Gut gemacht heißt für mich eben, dass die werblichen Anteile nicht im Vordergrund stehen, und das war bei diesem Forum der Fall. Ich tummele mich in einigen Netzwerken, so dass mir das Thema an sich nicht fremd ist. Ich hatte jedoch den Eindruck, dass nicht alle Personaler davon überzeugt waren, dass es sich lohnt, sich mit digitalen Netzwerken zu befassen. Xing scheint gerade noch so „in Ordnung“ zu sein, LinkedIn geht auch, aber, um Himmels willen, Facebook und Twitter… und überhaupt. Nicht jedes Netzwerk ist fürs Recruiting geeignet, das wurde von den Referenten sehr gut dargestellt. Der wichtigste Punkt jedoch: Recruiting in digitalen Netzwerken, Recruiting in Social Media ist kein Selbstläufer. Zeitnahe Reaktionen sind wichtig, sonst springen Interessenten schnell ab. Ein großes Budget ist nicht zwingend nötig, aber diese Aktivitäten benötigen doch Zeit und Personal. Und man sollte sich vorher darüber klar werden, wo sich die eigene Zielgruppe aufhält und wie man sie ansprechen kann. Die beste Facebook-Fanseite nutzt wenig, wenn die Zielgruppe dort gar nicht ist. Okay, viele Menschen sind auf Facebook, aber gleichzeitig sehen viele das als privates Netzwerk an und springen gar nicht so gerne auf den Recruiting- und Employer-Branding-Zug dort auf. Es ist wie mit so vielen Maßnahmen, ohne klare Zielsetzung stochert man nur im Nebel.

Nach einem leckeren Mittagessen und einigen spannenden Gesprächen ging es am Nachmittag weiter mit einem Plenum zur Zukunft der Arbeit. Wir sahen einen Ausschnitt aus dem Film „Work hard play hard“, und es gab eine kurzweilige Diskussion zum Thema Lernen, e-learning, Wissensmanagement und Veränderungen. Bei aller Technik, die uns zur Verfügung steht, sollte die Schnittstelle Mensch zu Mensch nicht vernachlässigt werden.

Das Forum zu „Magnet Marke?“, das ich danach besuchte, brachte mir einige Informationen zu Marke und Marketing an sich, aber keine direkt für meine Arbeit verwertbaren Erkenntnisse.

Das Plenum zum Gesundheitsmanagement war ein Highlight des Tages. Sehr gut moderiert, kurzer Fachinput, und eine interessante Diskussion. Wenn es um das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz geht, entsteht vielfach der Eindruck, das Unternehmen müsse alles dafür tun, dass sich die Mitarbeiter auch wohlfühlen und gesund bleiben. Das Unternehmen hat auch einen Anteil daran, dass z.B. Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden und dass Maßnahmen ergriffen werden, um erkrankten Mitarbeitern zu helfen. Gleichzeitig steht aber auch der Mitarbeiter selbst in der Verantwortung für sich und seine Gesundheit. Wenn das Unternehmen frisches Obst bereitstellt oder das Fitnessstudio bezahlt, dieses Angebot aber vom Mitarbeiter nicht wahrgenommen wird, bleibt es beim Versuch, etwas für die Gesundheit zu tun. Wenn man über das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz spricht, ist das Stichwort Burnout nicht weit. Burnout ist keine Krankheit, sondern ein Prozess, der zu Krankheiten führen kann. Dieser Prozess ist beeinflussbar, aber schlichte Kausalzusammenhänge gibt es nicht. Wäre schön einfach, wenn es so wäre. „Sinnvolle Arbeit macht müde, sinnlose Arbeit macht erschöpft“, doch kommt Burnout nicht nur bei Menschen vor, die eine wenig sinnstiftende Arbeit machen, daher sind diese Schubladen auch nur begrenzt hilfreich. Dennoch, eine sehr spannende Diskussion, und viele Ideen, die seither in meinem Kopf herumspuken.

Alles in allem ein guter Tag, der sich gelohnt hat.

 

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s