Von Torben, Rasseln und Buzzwords: PM20AF die fünfte

Auch wenn es nun schon wieder zehn Tage her ist, das nunmehr fünfte frechmutige PersonalerX-Treffen verdient seinen eigenen Blogbeitrag.

Ich war zwar erst zum dritten Mal dabei, und hatte dieses Jahr eigentlich auch wieder keine Zeit, bin aber sehr froh, dass ich es geschafft habe, nach Wiesbaden zu fahren und habe mich wieder sehr wohl gefühlt.

Henner moderierte die Veranstaltung in gewohnter Weise (ich weiß schon, warum ich keine Armbanduhr trage, denn so sind dynamische Zeitpläne gar nicht schlimm) und auch der musikalische Rahmen war 1a. Es gab leckeres Essen (wenn auch eher spät) und tolle alkoholfreie Cocktails. Und falls jemand unter meinen Leserinnen und Lesern auch mit einem Elektroauto unterwegs ist: in der funkelnagelneuen Tiefgarage des RMCC gibt es 8 Stellplätze mit Lademöglichkeit. 🙂

Ich traf alte Bekannte und lernte neue kennen, ich amüsierte mich prächtig über die Wetten und wer mich kennt, ahnt vielleicht, dass ich mich auch tatkräftig an der „Hafenwette“ (nicht zu verwechseln mit der Saalwette einer möglicherweise bekannten TV-Show) beteiligte. Diese lautete

wir es schaffen, dass 15 am 4.5. um 18.00 im auftauchen und gemeinsam mit ihren Instrumenten

und wurde natürlich gewonnen. Aus voller Kehle wurde vom Fachkräftemangel gesungen, und da ich zuhause in den Instrumentenkisten gewühlt hatte, konnte der Gesang auch rhythmisch unterstützt werden. Eine Kurzeinweisung in die Benutzung von Kazoos sollte ich beim nächsten Mal vielleicht vorher geben. Oder einfach mehr Rasseln und Shaker und Trommeln mitbringen.

Leider wurde es nach dem Ende des offiziellen Teils recht schnell leer im Heimathafen – dass die Veranstaltung auch ganz aktiv von den Teilnehmerinnen, Teilnehmern und TeilnehmerX gestaltet wird, hatte vielleicht nicht jeder/jede/jedeX mitbekommen. Und die Anzahl der Tweets blieb auch überschaubar – Twitter ist wohl weiterhin eine Nischenplattform unter HR-lern.

Auf ein Neues im nächsten Jahr (!?!)

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Personalarbeit

Bewerbungstipp (47): die Sache mit dem Format

Für viele, die Bewerbungen bekommen und sichten und auswählen, ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Bewerberinnen und Bewerber ihre Unterlagen elektronisch (per E-Mail oder Online-Formular) im pdf-Format senden. So zumindest der allgemeine Tenor, der in Gesprächen und in verschiedenen Artikeln immer wieder zutagetritt.

Dass das auf Seiten derer, die sich bewerben, nicht immer so selbstverständlich ist, wissen vor allem diejenigen, die nicht nur im Bereich der Wissensarbeit rekrutieren.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, seine Unterlagen zu schicken. Meine beiden Highlights dieses Jahr waren zum einen die zwei ausgedruckten Seiten eines Lebenslaufs, die auf dem Küchentisch liegend abfotografiert wurden und mir als jpg-Datei per E-Mail geschickt wurden, und zum anderen ein handschriftlicher Lebenslauf auf Karopapier, fertig gelocht zum Abheften, der am Empfang abgegeben worden war.

Je nachdem, nach welchen Kompetenzen und Qualifikationen man sucht und ob es auf schriftliche Ausdrucksfähigkeit ankommt oder darauf, mit einem Computer und einem Textverarbeitungsprogramm umgehen zu können, sind die beiden Beispiele entweder ein „Showstopper“ oder auch nicht.

Trotzdem kann ich Ihnen, liebe Bewerberinnen und Bewerber, nicht den Rat geben, es mit dem Format nicht genau zu nehmen. Denn eine ordentlich aufgemachte Bewerbung mit sinnvollen Dateinamen (Beispiel: „Lebenslauf_Liesel_Schmidt“ statt „Scan0815“) in einem Format, das sich problemlos öffnen lässt (pdf ist da sehr hilfreich) wird von den meisten einfach positiv wahrgenommen. Es gibt viele kostenlose kleine Programme, die beim Umwandeln einer Datei ins pdf-Format helfen, und es gibt dafür auch Tutorials, die man über die großen Suchmaschinen finden kann, wenn man sich mit der Benutzung solcher Programme nicht so recht auskennt.

Zwar sagt das Format einer Bewerbung grundsätzlich nicht unbedingt viel darüber aus, ob Sie für den Job, auf den Sie sich bewerben, fachlich geeignet sind, aber der erste Eindruck zählt nun einmal, ob wir wollen oder nicht.

Deshalb empfehle ich bei aller Individualität, dass Sie es der Leserin und dem Leser Ihrer Bewerbung so leicht wie möglich machen sollten – wie kreativ Sie ansonsten sind, können Sie im zweiten Schritt im Vorstellungsgespräch unter Beweis stellen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bewerbung, Bewerbungstipp

Freitagsgedanke: das Bild von HR

Ab und zu tummle ich mich in einem Forum zum Thema Fernstudium. Ich habe selbst vor vielen Jahren ein Fernstudium absolviert und interessiere mich immer noch für diese Art der Weiterbildung.

HR ist auch in diesem Forum immer mal ein Thema – vor allem dann, wenn darüber berichtet wird, wie schwierig es empfunden wird, sich als Fernstudent bzw. Absolvent zu bewerben, und wie diese Art von Abschluss oder Ausbildung von Personalern bewertet wird. Dazu lässt sich eine Menge sagen, und wie so oft kommt es auf den Einzelfall an. Ich halte wenig davon, Menschen in Bewerbungssituationen Angst zu machen und ihnen zu erklären, was alles schief gehen kann und pauschale Tipps zu geben, wie es auf jeden Fall klappt, sondern ich versuche aus meiner Praxis heraus zu erklären, wie ich Dinge angehe und was hilfreich sein könnte. Manchmal bekomme ich dann zu lesen, ich würde ja leicht reden haben, schließlich seien nicht alle Personalerinnen und Personaler so wie ich, und viele seien ja ganz blöd und überhaupt.

Neulich las ich dann, dass in der Personalabteilung oft fachfremdes Personal eingesetzt würde, und Leute, die es anderswo im Unternehmen zu nichts gebracht hätten. Da musste ich doch erst einmal schlucken und tief durchatmen. Ich habe ja in meinem Arbeitsleben schon viele unterschiedliche Bereiche kennen gelernt und habe mich ganz aktiv und ungezwungen für HR entschieden – ich könnte problemlos auch etwas anderes machen.

Woher kommt dieses Image von HR? Sind wir tatsächlich zu nichts nutze, bringen wir wirklich keinen Mehrwert? Sind wir einfach nicht in der Lage, unseren Beitrag so zu kommunizieren, dass andere sehen, was wir Sinnvolles zu tun vermögen? Ist es eine Mischung aus allem?

Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich bei meinem derzeitigen Arbeitgeber Feedback von Kolleginnen und Kollegen bekomme, wie sie meine Arbeit wahrnehmen, und höre da durchaus auch Positives. Ich frage meinerseits auch aktiv nach, wo der Schuh drückt, damit ich nicht am Bedarf vorbei arbeite. Aber natürlich gibt es im Personalbereich auch Themen, die ich bearbeiten muss, selbst wenn (noch) keiner den Bedarf sieht.

Ich allein werde die Welt wohl nicht verändern, auch nicht die HR-Welt. Aber ich möchte dazu beitragen, dass HR-Themen sichtbar werden und werde mich deshalb immer wieder zu Wort melden. Hier im Blog, in Foren, bei Xing, bei LinkedIn… und auch beim Kneipengespräch, wenn es sich denn ergibt.

Wir brauchen gute HR, davon bin ich fest überzeugt – und dabei kommt es nicht so sehr darauf an, ob das R nun für Resources oder für Relations oder für Rebels steht. Sondern es kommt darauf an, was wir in unserem Arbeitsalltag bewegen und dass wir genau darüber sprechen.

Sprechen werde ich übrigens im Juni auf dem Personalmanagementkongress und freue mich schon sehr darauf. Wo Sie mich sonst noch treffen können, wenn Sie mögen, lesen Sie hier.

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Meinung, Personalarbeit

Agil, Best Practice, Change… was bleibt?

Vorgestern kam ich aus Berlin zurück. Ich war zwei Tage für den BPM unterwegs, erst zum Treffen der Regionalgruppenleiter/innen und Stellvertreter/innen und dann zur Gesamtvorstandssitzung. Zwei Tage mit sehr guten Gesprächen, unterschiedlichen Standpunkten und teilweise heißen Diskussionen. Der Verband lebt, und das ist auch gut so! Ich habe einige Impulse für mich mitgenommen und bin schon gespannt darauf, was wir in den unterschiedlichen Bereichen umsetzen werden.

Und wie das so ist, wenn sich Personalerinnen und Personaler treffen, fällt in den Unterhaltungen auch das eine oder andere Schlagwort, oder Buzzword, um es „modern“ auszudrücken. Irgendwie hat da jede und jeder ihr und sein Lieblingswort und auch eines, was er oder sie überhaupt nicht mehr hören kann.

Agil steht ziemlich weit oben auf dieser Liste, ebenso Change. Best Practice soll ja etwas Positives sein, aber auch das mag mancher schon gar nicht mehr hören und lesen (ein kurzer Gedankenanstoß dazu: muss es immer Best Practice sein, oder kann auch Good Practice bereits einen Unterschied machen?). Auch gern genommen: disruptiv, Globalisierung, Transformation, Innovation, Visibilität, 4.0…

Mein ganz persönliches Wort, das mir auf den Keks geht, ist „VUKA-Welt“. Wenn man es ganz simpel übersetzt, heißt es, dass die Welt bunt und vielfältig ist. Offiziell steht VUKA für Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität. Alles also irgendwie negativ oder zumindest mit einem gewissen Misstrauen besetzt. Und in dieser Welt müssen wir agil sein (ja, genau) und unser Mindset (noch so ein Wort) ändern, um dem Ganzen noch Herr werden zu können. Und da wir dem ganzen aber gar nicht Herr werden können, weil alles so komplex und unsicher ist, wird Führung und Zusammenarbeit noch schwieriger, als es immer schon war. Oder auch nicht, weil es ja eh alles im Fluss ist.

Da schwirrt einem der Kopf.

Ich habe überhaupt nichts gegen Fachbegriffe. Im Gegenteil, sie sind da nützlich, wo sie helfen, einen Sachverhalt klar auszudrücken und etwas zu definieren. Aber mit schwammigen Phrasen habe ich so meine Schwierigkeiten. Die bringen oft mehr Verwirrung als dass sie zur gelungenen Kommunikation beitragen. Es sei denn, man nutzt sie, um ins Gespräch zu kommen. Vielleicht haben Sie ja Lust, hier in den Kommentaren oder bei Twitter von Ihrem Lieblings-Buzzword oder dem Ausdruck mit dem größten Nervpotential zu erzählen? Ich freue mich darauf!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Klartext

Mut zur Menschlichkeit

Letzte Woche schrieb ich im Bewerbungstipp, dass es im Vorstellungsgespräch nicht unbedingt darum geht, alles zu sagen, was einem in den Kopf kommt und was man weiß.

Das ist auch weiterhin meine Meinung, und doch möchte ich heute einmal ein kleines Gedankenexperiment wagen.

Wie würde ich, wie würden Sie reagieren, wenn Ihr Gegenüber im Vorstellungsgespräch zu Ihnen sagt: „Wissen Sie, ich nehme den Termin heute zwar wahr, weil ich nicht absagen wollte, aber eigentlich geht es mir ziemlich schlecht. Denn ich habe gerade unheimlich viel Stress in der Familie habe mit meinem pflegebedürftigen Vater und bin mit meinen Gedanken ganz woanders.“

Wie ginge es Ihnen in einer solchen Situation? Würden Sie das Gespräch aus Höflichkeit führen, aber insgeheim denken, herrje, wie unprofessionell, da will ich nicht arbeiten (oder: den/die will ich nicht einstellen)? Oder würden Sie sagen, wow, wie mutig, da steht jemand ganz und gar zu sich als Mensch und versteckt sich nicht und teilt auch weniger angenehme Gefühle?

Letzte Woche entdeckte ich ein Video von Bettina Stackelberg, in dem sie ein starkes Plädoyer dafür hält, auch schwierige Gefühle nicht nur zuzulassen, sondern auch zu thematisieren und sich „ganz und gar“ zu zeigen.

Und ich dachte mir, einerseits sollte es genau so sein, dass wir so menschlich miteinander umgehen und so ehrlich sein können, doch andererseits ist das eine ganz persönliche Sache, wie viel ich von mir preisgebe und in welcher Situation ich das tue. Von einer „verordnete Offenheit“, wie sie manchmal propagiert wird, halte ich wenig (davon spricht auch Frau Stackelberg nicht). Ich finde es wichtig, anzuerkennen, dass Menschen unterschiedlich mit ihren Gefühlen umgehen und es manchem gar nicht liegt, mutig zu sein oder das Herz auf der Zunge zu tragen, und genauso wichtig ist es, das Zeigen von Gefühlen gerade am Arbeitsplatz nicht mit Schwäche gleichzusetzen. Manchmal gehört eine Menge Mut dazu, zu sagen, wie man sich fühlt und dass das auch Auswirkungen auf die Arbeit hat.

Und seien wir ehrlich, wenn jemand etwas mit sich herumschleppt, merken wir das ja doch irgendwie. Da wäre es manchmal bestimmt angenehm, wenn einer sagen könnte, sorry, Leute, mir geht es dreckig, und bräuchte keine Energie darauf zu verwenden, das vor den Kolleginnen und Kollegen zu verbergen. Dazu braucht es aber auch eine Kultur, die das nicht als Schwäche ansieht und wo niemand zur Zielscheibe von Hohn und Spott gemacht wird, wenn er etwas direkt thematisiert.

Haben Sie Erfahrungen mit Offenheit und dem Ansprechen von Gefühlen am Arbeitsplatz gemacht? Ich freue mich auf Ihre Kommentare – gerne auch per E-Mail, wenn Sie nicht offen darüber schreiben können oder wollen.

 

2 Kommentare

Eingeordnet unter Klartext

Bewerbungstipp (46): alles sagen, was man weiß?

Wenn Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, gehen Sie hin, um zu zeigen, was Sie wissen und können. Die meisten Gespräche verlaufen eher unstrukturiert (was kein Vorwurf ist, nur eine Beschreibung), manche Gespräche sind strukturiert, manchmal müssen Sie eine Präsentation halten und manchmal gibt es im Rahmen der Bewerbungsverfahrens auch Tests oder gar Assessment Center.

Egal, wie das Gespräch abläuft, Sie wollen und sollen zeigen, was Sie wissen und können.

Allerdings sollte das nicht unbedingt so ablaufen, wie diese Beispiele aus meinem Arbeitsalltag zeigen:
Wir sitzen in einem Besprechungsraum, der Bewerber und ich. Ich habe den Lebenslauf ausgedruckt vor mir und meine Fragen im Kopf. Auf dem Ausdruck mache ich mir Notizen. Der Bewerber schaut mir beim Schreiben zu und sagt dann: „Ach, das, was Sie eben aufgeschrieben haben, müssen Sie doch gar nicht aufschreiben, das ist nicht wichtig.“
Schön, dass ich so eine gute Handschrift habe, die man von der anderen Seite des Tisches auch kopfüber lesen kann, aber: was möchte mir der Bewerber durch diese Bemerkung sagen? Soll ich ihn dafür loben, dass er aufmerksam ist? Geht es um Transparenz? Um Vertrauen?
Bei mir führte dieser Kommentar jedenfalls dazu, dass ich meine Notizen in einer anderen Schreibschrift machte, die nicht so leicht mitzulesen ist. Aber so soll das nicht sein. Vielleicht möchten Sie ja wirklich gerne wissen, was Ihr Gesprächspartner über das Gespräch denkt und was er aufschreibt. Aber ebenso, wie man nicht an Türen horcht, ist das Mitlesen von fremden Notizen meiner Meinung nach schlechter Stil.

Nach einer Betriebsbesichtigung erklärte mir ein Bewerber, wie ineffizient wir arbeiten und was alles zu verbessern sei und schlug mir gleich seiner Meinung nach passende Dienstleister vor.
Ja, ich finde es gut, wenn sich jemand Gedanken über gutes und sinnvolles Arbeiten macht. Und es ist prima, wenn jemand in seinem bisherigen Berufsleben entsprechende Erfahrungen gemacht hat. Das interessiert mich in einem Bewerbungsverfahren durchaus. Aber es kommt in der Kommunikation doch sehr darauf an, wie man etwas sagt.
Wenn ich ein Unternehmen nur von außen kenne, kommt es nicht immer gut an, die bestehenden Prozesse und Arbeitsweisen gleich verändern zu wollen (wir reden jetzt nicht von den Klischeeunternehmensberatern, die Ähnliches tun. Mag ich auch nicht.)
Wenn Ihnen in einer solchen Situation etwas auffällt, stellen Sie Fragen. Sagen Sie ruhig, was Sie beobachten und stellen Sie dann eine Frage. Analysieren Sie nicht und bieten Sie keine Lösung an, sondern fragen Sie einfach nur nach. Ohne Wertung. Durch kluge Fragen können Sie zeigen, dass Sie ein Thema verstanden haben und dass Sie etwas darüber wissen. Ein „Ich könnte mir vorstellen, das so und so zu machen“ wirkt anders als ein „Sie sollten es so und so machen.“

Weder das eine noch das andere Beispiel ist für sich allein genommen ein Showstopper und ein Grund, jemandem abzusagen. Wenn Sie allerdings darüber hinaus auch noch erzählen, dass Sie Ihren letzten Job gekündigt haben, weil dort niemand wusste, wie die Arbeit korrekt zu erledigen sei und niemand auf Ihre Vorschläge hörte, dann komme ich doch ins Grübeln, ob wir gut miteinander arbeiten können.

Seien Sie im Gespräch ehrlich und sagen Sie, was Sie wissen – stellen Sie Ihr Gegenüber aber nicht als Dummchen hin. Umgekehrt gilt das natürlich ganz genauso! Aber was in der Personalauswahl auf Arbeitgeberseite alles schief laufen kann, darum wird es ein anderes Mal gehen.

 

 

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bewerbung, Bewerbungstipp, Klartext

Freitagsgedanke: immer feste druff?

Manche Probleme lassen sich durch beherztes Draufhauen lösen. Zum Beispiel beim Holzhacken (wobei eine scharfe Axt auch sehr hilft, fast noch mehr als die Kraft, die man aufwendet. Aber das ist ein anderes Thema.) oder manch anderer körperlicher Tätigkeit. Ein befreundeter Mechaniker sagte einmal zu mir: „Probiere es nicht mit Gewalt. Nimm einen größeren Hammer.“

Überall da, wo ich es mit Dingen zu tun habe, kann ein „immer feste druff“ je nach Situation tatsächlich die passende Maßnahme sein (aber nicht vergessen, „nach fest kommt ab“). Doch wenn ich mit Menschen arbeite, sieht die Sache wieder anders aus.

Ja, wir führen mitunter auch Kritikgespräche oder müssen eine Abmahnung aussprechen. Aber auch da kommt es weniger darauf an, verbal um sich zu schlagen, sondern einfach klar und eindeutig zu kommunizieren, ohne die Person verächtlich zu machen oder auf einer persönlichen Ebene anzugreifen. Erfahrene Führungspersonen, Personalerinnen und Personaler kennen das und handeln entsprechend.

Trotzdem scheint das nicht flächendeckend selbstverständlich zu sein. Wer kennt nicht diese Führungskräfte, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter klein halten oder klein machen, die „von oben herab“ agieren und die in ihren Teams ein Klima des gegenseitigen Misstrauens schüren und teilweise sogar zelebrieren. Oder die „Kollegen“, die in einem solchen Team munter in alle Richtungen austeilen und eher gegeneinander statt miteinander zu arbeiten.

Warum sich manche am Arbeitsplatz wie die sprichwörtliche Axt im Walde benehmen (um den Bogen zum Holzhacken zu schlagen), dafür mag es viele Gründe geben. Aber es gibt aus meiner Sicht keine Rechtfertigung dafür, schlecht mit anderen umzugehen oder gar Mobbing zu betreiben. Das passiert leider immer noch zu häufig – mit teilweise weitreichenden Folgen für die Betroffenen.

Schwierige Situationen oder Konflikte verlangen uns manchmal einiges ab. Und nicht immer fällt es leicht, „gut“ zu kommunizieren. Doch mit „immer feste druff“ werden wir die Herausforderungen einer sich ändernden Arbeitswelt nicht bewältigen. Irgendwann werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „mit den Füßen abstimmen“, wenn die Atmosphäre nicht mehr stimmt, und es ist ein Trugschluss, Vakanzen „mal eben schnell“ neu besetzen zu können.

Als Führungskräfte und als Personalerinnen und Personaler dürfen wir die Verantwortung dafür, auf ungeeignete Kommunikation und problematische Verhaltensweisen hinzuweisen und gegebenenfalls zu handeln, nicht ignorieren, sondern können und sollen unseren Beitrag für ein gutes Arbeitsumfeld leisten.

Lesenswert zum Thema ist das Buch „The No Asshole Rule: Building a Civilized Workplace and Surviving One That Isn’t“ von Robert I. Sutton. [Es gibt auch eine deutsche Übersetzung, die ich allerdings nicht gelesen habe und zu deren Qualität ich nichts sagen kann.]

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Führen, Klartext, Leadership